Wenn die Straßenbahn bremst

An jeder Haltestelle passiert es und wenn es sein muss, auch an der Ampel: Es wird gebremst. Aber wie funktioniert das eigentlich bei einer Straßenbahn? Wir haben mal in unserer Straßenbahnwerkstatt nachgeschaut und stellten fest: Bremse ist nicht gleich Bremse, denn die Straßenbahn ist gleich mit mehreren Bremssystemen ausgestattet.

Generatorische Bremsen

Die „normale“ Bremse bei der Straßenbahn ist die generatorische Bremse. Der Fahrmotor wird bei einer Bremsung zum Generator, der Bewegungsenergie in elektrische Energie umwandelt. Die erzeugte Spannung wird in die Oberleitung zurückgespeist und kann vom nächsten Fahrzeug, das durchfährt, verwendet werden.

Federspeicherbremse als Feststellbremse

Beim Auto oder Fahrrad kennt man es normalerweise so: Wenn die Bremse nicht betätigt wird, rollt das Fahrzeug, gerade bei abschüssigem Gelände, ungehindert los. Das wäre bei einer Straßenbahn viel zu gefährlich. Eine ungebremste Straßenbahn, die einen Berg hinunterrollt? Nicht auszudenken, was da passieren könnte. Deswegen werden Federspeicherbremsen als Feststellbremse verwendet.

Ihr kennt es vielleicht vom Fahrrad: Wird die Bremse betätigt, werden die Bremsbeläge gegen das Rad gedrückt und somit gebremst. Bei der Federspeicherbremse werden die Bremsbeläge mechanisch durch Federkraft an die Bremsscheibe gedrückt. Nur wenn Kraft aufgewandt wird, löst sich die Bremse und das Fahrzeug kann fahren. Bei der VAG wird diese Kraft durch Hydraulikpumpen, die mit Öldruck arbeiten, ausgeübt.

Magnetschienenbremsen

Bei Gefahrenbremsungen kommen die Magnetschienenbremsen zum Einsatz. Sie „fallen“ sozusagen auf die Gleise, dann wird eine magnetische Kraft erzeugt, welche den Bremsschuh an die Schiene zieht und somit die Reibung erhöht. Durch die Haftungskraft und die starke Reibung zwischen Gleisen und Bremsschuh wird die Straßenbahn abgebremst. Bei Gefahrenbremsungen klingelt die Straßenbahn übrigens automatisch.

Magnetbremsen am Fahrgestell.

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