Die Geschichte der VAG Busse – Teil 1

Die roten Busse der Freiburger Verkehrs AG kann man sich kaum noch aus dem Stadtbild wegdenken. Seit 1925 befördern VAG-Busse Menschen durch Freiburg und Umgebung – wie man sich vorstellen kann, hat sich in der Zwischenzeit einiges getan.

Eine Reise in die Vergangenheit

Unsere Zeitreise beginnt im Jahr 1899. Drei Omnibuslinien eines (privaten) Verkehrsbetriebs kutschieren Menschen von Günterstal zum damaligen Gasthaus „Stadt Wien“ und vom Hauptbahnhof zur Nägeleseestraße. Kutschieren? Richtig gelesen: Es handelte sich um Pferdeomnibusse – von Pferden gezogene Fahrzeuge.

Pferdeomnibus am Siegesdenkmal

Pferdeomnibus am Siegesdenkmal

Das Problem: Durch den steigenden Verkehr in Freiburg wurde der Einsatz von den fleißigen Tieren immer schwieriger. So wurde am 8. Mai 1899 der Bau einer elektrischen Straßenbahn beschlossen. Schon zwei Jahre später wird das Freiburger Straßenbahnnetz mit einer Streckenlänge von knapp 9 km eröffnet und der Pferdeomnibusbetrieb eingestellt.

Die ersten Kraftomnibusse

Wir reisen weiter ins Jahr 1925. Am 27. September wird die erste Kraftomnibuslinie eröffnet. Diese fährt zwischen der heutigen Ecke Bismarckallee/Friedrichstraße und Betzenhausen und bildet somit eine Ergänzung zur Straßenbahn.

Der erste Kraftomnibus fährt nach Betzenhausen.

Der erste Kraftomnibus fährt nach Betzenhausen.

Die rot-weißen Fahrzeuge auf der neuen Linie wurden von MAN gebaut und verfügen über einen Dieselmotor, der allerdings noch mit einer Kurbel zum Laufen gebracht werden muss. Ein Schaffner gibt mit einer Glocke das Signal, wann gehalten und abgefahren wird.

Schon bald folgt Omnibus Nr. 3 mit einem Sechszylinder-Benzinmotor. Im Jahr 1936 kommen noch drei weitere Fahrzeuge hinzu: eine Magirus-Deutz-Komplettlieferung und zwei MAN-Fahrgestelle mit Karosserien von Vögtle und Zeller bzw. Kässbohrer.

Die ersten sogenannten Trambusse kommen 1939 nach Freiburg. Daimler-Benz bezeichnet die Fahrzeuge als „neuzeitliche Stadtfahrzeuge in eleganter Pullman-Form mit zweckdienender Raumverteilung“.

Der Omnibusbestand im Betriebshof Süd - 1939

Der Omnibusbestand im Betriebshof Süd – 1939

Busse mit Anhänger und Gasbetrieb

Mit dem zweiten Weltkrieg kommen auch Reifen- und Treibstoffmangel. Da Motoren bevorzugt in Kriegsfahrzeugen zum Einsatz kommen, werden Omnibusanhänger beschafft, um die steigende Zahl der Passagiere bewältigen zu können. Lieferanten sind Kässbohrer und Rathgeber. Da die Gesamtlänge von Omnibuszügen vom Gesetzgeber auf 20 Meter begrenzt wird, sind die zukünftig zulässigen Anhänger zu klein, um wirtschaftlich eingesetzt zu werden. 1960 wird dann endgültig der Omnibus-Anhängerbetrieb verboten und die Freiburger Anhänger ausgemustert, verschrottet oder verkauft.

Der letzte Omnibusanhänger wird als Schweißwagen im Baustelleneinsatz verwendet.

Der letzte Omnibusanhänger wird als Schweißwagen im Baustelleneinsatz verwendet.

Von Büssing kommen 1943 und 1944 vier Trambusse, die durch einen speziellen Aufsatz mit Gas betrieben werden können – dies ist bei der derzeitigen problematischen Kraftstoffversorgung eine Entlastung. Zwischen 1948 und 1950 werden die Busse auf Dieselbetrieb umgebaut.

Omnibus 1 der Schauinslandbahn mit Leuchtgasaufbau.

Omnibus 1 der Schauinslandbahn mit Leuchtgasaufbau.

Der Omnibus 9, auch unter dem Spitznamen Feuriger Elias bekannt, dient später auch als Gerätewagen, ganze 20 Jahre. 1981 darf er im Straßenbahnmuseum Stuttgart in Ruhestand gehen.

Der Omnibus 9 - auch Feuriger Elias genannt - am alten Wiehrebahnhof.

Der Omnibus 9 – auch Feuriger Elias genannt – am alten Wiehrebahnhof.

Bilder und Informationen entnehmen wir dankend dem Heft „Wir halten Freiburg in Bewegung seit 1901“ von 1989

Vielen Dank für die Erlaubnis, Bilder aus der Sammlung „Sammlung Kaufhold/Hettinger“ verwenden zu dürfen.

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