Corona-Krisenmanagement bei der VAG

Seitdem das Coronavirus den Alltag bestimmt, ist auch bei uns alles anders: Anfang März wurde ein Krisenstab gebildet, der sich jeden Tag zu Betriebsbeginn zusammenfindet. Schnell die richtigen Maßnahmen zum Schutz gegen das Virus und für die Gesundheit von Mitarbeitenden und Fahrgästen zu ergreifen: Das ist die Aufgabe, die es zu bewältigen gilt. Aus Sicherheitsgründen agiert der Stab inzwischen in zwei Teams – eines vor Ort im VAG Zentrum, eines im Homeoffice. Auch die Stadt Freiburg hat einen Krisenstab eingerichtet, um Behörden, Kliniken, Ärzte, aber auch Arbeitgeber zu vernetzen. Die VAG ist Teil des Krisenstabs und steht in regelmäßigem Austausch mit den Behörden.

Was bedeutet das genau?

Die von den Krisenstäben gefassten Beschlüsse und Maßnahmen werden im Unternehmen umgehend umgesetzt. Bei den Schutz- und Vorsichtsmaßnahmen orientieren wir uns an den Empfehlungen von Robert-Koch-Institut, Bund, Land und der Stadt sowie an Leitlinien des VDV. Wir nutzen darüber hinaus unsere eigenen Medien, um auf die Wichtigkeit von Hygienemaßnahmen hinzuweisen. Zum Beispiel über die MFD-Displays in Bussen und Bahnen, aber auch über Aushänge in den Räumen der VAG. Als Reaktion auf die Ausbreitung des Virus ist der Pandemieplan von 2009 aktualisiert worden. Es hat sich gezeigt, dass viele Maßnahmen zeitnah und unbürokratisch umgesetzt werden konnten.

Welche Ziele verfolgt die VAG? 

Es gilt das zentrale Ziel, die Mitarbeitenden und Kunden zu schützen. Gleichzeitig sind wir Teil der „systemrelevanten“ Infrastruktur. Es gilt also auch weiterhin die Beförderungspflicht. Personen ohne Auto, Angestellte der Uni, Polizistinnen, Ärzte, Beschäftigte im Lebensmittelhandel, etc. müssen zur Arbeit gelangen können, Arztbesuche müssen möglich sein. Um das Risiko von Ansteckungen zu reduzieren, soll in den Bussen und Bahnen ein Mindestabstand von 1,50 Meter eingehalten werden können.

Wie arbeitet der Krisenstab?

Oliver Benz: Wir kommen jeden Morgen um 8.30 Uhr zusammen und prüfen, ob wir unsere To-Dos vom Vortag abgearbeitet haben. Unsere „Ideenbox“ möglicher Maßnahmen ist mittlerweile relativ klein, weil vieles schon umgesetzt ist. Jeden Morgen schauen wir uns den aktuellen Krankenstand an, der momentan noch relativ stabil ist, wir wissen aber, dass sich das im Laufe der Zeit drastisch verändern kann. Im Anschluss identifizieren wir neue erforderliche Maßnahmen, stimmen sie ab und passen bereits bestehende an veränderte Rahmenbedingungen an.

Vorstand Oliver Benz

Stephan Bartosch: Darüber hinaus ist unser Krisenstab über eine eigens eingerichtete Kommunikationsgruppe im ständigen Austausch. So können wir uns über die aktuellen Situationen im Unternehmen austauschen, aber auch über die Informationen und Bestimmungen seitens der Stadt Freiburg oder auf Landes- und Bundesebene. Auch kurzfristig notwendige Maßnahmen können wir damit abstimmen und einleiten.

Oliver Benz: Die Gesundheit der Mitarbeitenden ist das größte Gut. Trotzdem wollen wir dem Anspruch gerecht werden, jeden Tag für die Leute draußen da zu sein und sie von A nach B zu bringen. Mit das allererste, was wir gemacht haben, war deshalb die Information unserer Mitarbeitenden.

Stephan Bartosch: Unser Ziel war von Anfang an, bei den Maßnahmen alle mitzunehmen: Es ist uns wichtig, dass das Personal überall dabei ist und alle an einem Strang ziehen.

Vorstand Stephan Bartosch

Welche konkreten Maßnahmen wurden noch getroffen?

Oliver Benz: Wir haben zunächst den Fahrscheinverkauf bei den Fahrer*innen eingestellt und in Bussen und Stadtbahnen mit offenem Fahrerstand den Fahrerplatz mit Spanngurten abgetrennt. So ist das Fahrpersonal geschützt. Inzwischen haben wir auch Notfallfahr- und die entsprechenden Dienstpläne erarbeitet, um einerseits zu reagieren, wenn wir weniger Fahrgäste haben, aber vor allem, falls wir einen höheren Krankenstand haben sollten. Es gibt dann verschiedene Stufen, um entsprechend zu reagieren. Oberstes Ziel ist: Wir müssen den Verkehr während der ganzen Zeit aufrechterhalten, aber situationsabhängig anpassen.

Stephan Bartosch: Wir haben die Desinfektion der Fahrzeuge ausgeweitet: Alle Fahrzeuge inklusive Halteschlaufen und Haltestangen werden jeden Tag desinfiziert. Ebenso wurden die bisherigen Hygienemaßnahmen im Betrieb ergänzt. Wir haben in den einzelnen Unternehmens- und Fachbereichen neben der erweiterten Möglichkeit der Nutzung von Homeoffice auch Arbeitsmodelle eingeführt, die die Teams zeitlich und räumlich separieren. So können wir eine Ansteckung weitestgehend minimieren und vor allem die Arbeitsfähigkeit aufrechterhalten. Denn im Sinne unserer Aufgabe zur Daseinsversorge ist unser Ziel, dafür zu sorgen, dass die Bürger*innen in Freiburg zur Arbeit kommen können und auch die Wege für den täglichen Bedarf gesichert sind.

Dieser Beitrag basiert auf einem ausführlicheren Artikel in den Facetten Ausgabe 2/2020.

 

6 Kommentare

  1. Hallo ich bin echt aufgeschmissen weil ihr den 24 bus um 6.12 gestrichen habt. Hab um 6 Uhr morgens Feierabend bei TDK MICRONAS und da schaffe ich es nicht um 6.02 an der Haltestelle zu sein und der nächste fährt erst Ca 6.37 und wenn wir schon dabei sind, es wäre super wenn man Samstag und Sonntag auch welche einsetzen könnte. Es müssten ja nur drei sein 6.12- 14.12- 2212 dann würde man auch da nach Hause kommen. MfG M. Gast

  2. Man zwingt uns Masken zu tragen aber die Bahn ist wieder gerammelt voll. Null Abstand. Super Krisenmanagement.

    • Magdalena Schneider

      Hallo, die Maskenpflicht wurde vom Land Baden-Württemberg ausgesprochen und dient zum Schutz von uns allen. Wir haben unseren Fahrplan an die steigenden Fahrgastzahlen angepasst und haben das Fahrgastaufkommen weiterhin jederzeit im Blick. Zu Stoßzeiten sind Verstärkerbahnen und Busse im Einsatz. Viele Grüße

  3. Guten Tag,

    Wann fahren die Bahnen ab 0 Uhr wieder ?
    Ich arbeite in einer Spielhalle und es ist recht unangenehm nachts nach Hause zu laufen. Ich denke,dass ich nicht die einzige Person bin, die innerhalb Freiburgs kein Auto nutzt, bzw besitzt.

    LG Mel

    • Magdalena Schneider

      Hallo Mel, wir planen ab Mitte Juni wieder zum Normalbetrieb überzugehen. Dann werden die Bahnen auch wieder länger fahren. Viele Grüße

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.