Wann, wohin, welches Fahrzeug? – So entsteht ein Fahrplan

Fahrgäste stehen pünktlich an der Haltestelle, die Busse und Straßenbahnen der VAG Freiburg kommen auf die Minute genau zur geplanten Abfahrtszeit. Man ist geneigt, dies als selbstverständlich zu erachten. Doch hinter unserem Fahrplan verbirgt sich ein großer organisatorischer Aufwand.

Viele Kundinnen und Kunden fragen sich, wieso die Straßenbahn etwa im 7,5 Minuten Takt  fährt, oder wer entscheidet, wann morgens die erste Straßenbahn aus dem Depot ausfährt. Viele Fragen stehen im Raum. Aber wie entsteht nun ein Fahrplan? Mehrere Abteilungen der Freiburger Verkehrs AG sind mit dieser Aufgabe betraut. Es gilt den Jahresfahrplan abzustimmen, aber auch  kurzfristige Fahrpläne wie etwa bei Messen oder Konzerte, auch Spiele des SC Freiburg, benötigen einen Fahr-/ und Kursplan. Daneben stehen diverse Parameter, aber auch eine große Portion Erfahrungen, die zur Berechnung und Umsetzung führen.

Viele Fahrgäste – größere Fahrzeuge, engerer Takt

Als Hauptaspekt zu nennen ist das Marktgleichgewicht, das die  Angebots- und Nachfragemenge regelt. Diese Grundsatzregel wirkt sich auch auf die VAG und unseren Fahrplan aus. Denn steigen die Fahrgastzahlen, benötigen wir über kurz oder lang verkürzte Taktzeiten, aber auch neue Straßenbahnen und Busmodelle mit größerer Fahrgastkapazität gehören dazu. So unterscheidet sich zum Beispiel die Größe des neuen Straßenbahn-Typs Urbos wesentlich zu den Modellen GT8-K und GT8-N. Das Ziel ist es, einen reibungslosen und pünktlichen Transfer der Fahrgäste und den damit verbundenen komfortablen Aufenthalt in unseren Fahrzeugen zu gewährleisten. Die Rückmeldungen vom Fahrpersonal wie auch von den Fahrgästen haben einen nicht geringen Wert für die Fahrplaner. Jedes Feedback ist wichtig um eine Optimierung voranzuschreiten zu lassen.

Ein kleines Beispiel: Den ersten Anschluss am Bertoldsbrunnen gibt es um 05:30 Uhr. Um diese Uhrzeit verkehren die ersten größeren Personenmengen auf dem Weg zur Arbeit. Dass der Anschluss um diese Uhrzeit beginnt, hat zum größten Teil mit Erfahrung zu tun. Aus ökonomischer Sicht wäre eine noch frühere Ausfahrt aus dem Betriebshof nicht rentabel. Zum einen, da zu wenig Fahrgäste an den Haltestellen dies in Anspruch nehmen würden, zum anderen würde man noch mehr Personal benötigen, da die Ruhezeiten der abgestimmten Dienste für das Fahrpersonal nicht mehr im Einklang wären mit der Verordnung (EG) 561/2006.

Jede Minute zählt

Jede Straßenbahn und jeder Bus benötigt für eine Linie eine gewisse Zeit: dabei werden Streckenlänge, Geschwindigkeitsbeschränkungen, Dauer der Signalschaltung, Streckenprofil, Fahrgastaufkommen und technischer Wendezeit (Zeit ohne Pause für den Fahrbediensteten miteinbezogen, die ein Fahrzeug zum Wenden benötigt) berücksichtigt. Zur Vereinfachung für unsere Fahrgäste ist unser Fahrplanangebot in einem Minutentakt aus­gerichtet. Das bedeutet, dass die Strecke von einer Haltestelle zur nächsten immer volle Minuten betragen, in der das Fahrzeug ankommt. In der Praxis ist dies nicht immer der reelle Wert. Daher kann es vorkommen, dass die Fahrerin oder der Fahrer mit etwas Verspätung ankommen.

Bestimmte Ereignisse wiederholen sich täglich wie auch jährlich. Jeden Morgen verkehrt der Großteil der Fahrgäste zur Arbeit, selbiges tritt am Nachmittag bzw. Abend auf. Für die SchülerInnen der Freiburger Schulen und deren Ferienverkehr zählt dies genauso. Messen finden jährlich statt, so sind nur kleine Korrekturarbeiten zu erledigen.

Im Einklang mit wirtschaftlichen Aspekten, der Fahrzeugkapazität und den Erfahrungswerten des Fahrgastaufkommens innerhalb bestimmter Zeiträume wird die Taktung festgelegt. Dabei unterscheidet man zwischen den Hauptverkehrszeiten und Nebenverkehrszeiten, die Fahrzeitanpassung aufgrund des starken bzw. geringen Individualverkehrs.

Die Stadt Freiburg hat ein „Konzept zur ausreichenden Verkehrsbedienung“ entworfen, das die Freiburger Verkehrs AG verpflichtet, dies umzusetzen.

Nicht immer ist es der VAG möglich, Planungen so langfristig zu organisieren wie etwa bei der Großbaustelle am Siegesdenkmal und der Kaiser-Joseph-Straße 2017. Unter Abstimmung mit allen Beteiligten wurde dieses Ereignis schon früh terminiert und geplant. Dies ist auch der Grund, weshalb der Jahresfahrplan 2017 erst ab dem 06. März 2017 erscheint und nicht wie gewohnt im Dezember 2016. Zur Vereinfachung für die Fahrgäste müssen diese sich so nur einmal umstellen, um Ihre bevorzugten Verbindungen herauszusuchen.

Dieser Blogbeitrag wurde von dem Auszubildenden Andre Schopp verfasst.

8 Kommentare

  1. Hans-Walter Dürr

    Guten Tag, ist schon bekannt, wann der ab 6. März gültige neue Fahrplan veröffentlicht wird? Danke für die Antwort!

    • Susanne aus der VAG Blog Redaktion

      Hallo Hans-Walter Dürr,
      ich kann Ihnen gerade noch nicht sagen, wann die Fahrplanhefte erhältlich sind. Wir informieren dann aber in unseren Medien.
      Viele Grüße

  2. „…die Busse und Straßenbahnen der VAG Freiburg kommen auf die Minute genau zur geplanten Abfahrtszeit..“
    Schoen wär’s, das bleibt wohl eher Wunschdenken, korrekter wäre wohl eher, dass die Bahn/Bus um die 5m zu spät oder auch mal gar nicht kommt und die Anschlussbahn wartet bis alle Gäste ausgestiegen sind um dann Vollgas zu geben und lachend abzufahren, wie etwa jeden zweiten Tag am morgen „Am Lindenwäldle“. Aber nette Selbstbeweihräucherung….

    • Susanne von der VAG Blog Redaktion

      Hallo Peter Meier,
      klar, manchmal gibt es äußere Umstände, so dass wir ein paar Minuten Verspätung haben – bei hohem Verkehrsaufkommen, starken Fahrgastwechsel oder technischen Störungen zum Beispiel. Das können wir leider nicht immer beeinflussen. Komplettausfälle sollten aber die Ausnahme sein. Wir wünschen uns aber natürlich auch immer, dass wir pünktlich sein können 🙂
      Zum Thema Lindenwäldle: Tagsüber ist am Lindenwäldle kein (gesicherter) Anschluss vorgesehen. Unsere Fahrplanabteilung kennt die Problematik Am Lindenwäldle. Für die nächste Fahrplanperiode steht die Umsteigesituation am Lindenwäldle ganz oben auf der Prioritätenliste. Die Planer versuchen nach Möglichkeit wieder auf das Niveau vom Fahrplan 2015 zu kommen, was nicht einfach wird. Denn die Integration der Stadtbahnlinie 4 in unser bestehendes Liniennetz, insbesondere auf den gemeinsam befahrenen Streckenabschnitten Hornusstraße – Bertolsbrunnen; Bertoldsbrunnen – Technisches Rathaus und Technisches Rathaus – Robert-Koch-Straße, war nicht einfach zu bewerkstelligen. Verschiebungen auf den genannten Abschnitten wirken sich teilweise erheblich auf die Anschlüsse von und zu den weiterführenden Buslinien aus. Zu Lasten der kurzen Umsteigezeiten vom Rieselfeld nach Weingarten haben wir es ohne größere Eingriffe ins bestehende Angebot geschafft. Beim Fahrplan 2017 werden wir den Fokus verschieben und Einschränkungen an anderen Punkten im Liniennetz in Kauf nehmen.
      Viele Grüße

  3. Verärgerung bei der Linie 1 Betzenhauser Torplatz – HBF Freiburg.

    Diese Linie ist im Berufsverkehr zw. 7-8 Uhr total überfüllt.
    Heute hat der S-Bahn Führer die Tür nicht mal noch aufgemacht, obwohl wir mit 2 Personen Sichtkontakt zum Fahrer und Handzeichen gegeben haben.
    Folge ist, dass ich durch diese Aktion die Zugverbindung am HBF verpasse!
    Wer zahlt mir das Taxi, um pünktlich bei der Arbeit zu sein?!

    Ich finde das eine Unverschämtheit und hoffe auf eine baldige Entlastung, Einsatz weiterer/ größerer Bahnen.

    • Hallo Petra Stephan,
      stimmt, im Berufsverkehr und Schulverkehr ist meist viel los, da kann es auch schon mal eng werden. Allerdings ist zu dieser Zeit auch alles unterwegs, was wir zur Zeit bieten können. Dieses Jahr werden noch 6 neue Urbos Fahrzeuge geliefert, die haben etwas mehr „Fassungsvermögen“ und können dann hoffentlich noch etwas entlasten.
      Viele Grüße
      Susanne

  4. ????OH MEIN GOTT … ????
    Jedes Jahr denkt man: „Es KANN nicht mehr schlimmer werden !“
    Hab‘ mir gerade den neuen Fahrplan der Linie 11 (durch St. Georgen, 12000 Einw.) angeschaut … ????

    Die VAG ist doch immer wieder für eine Überraschung gut:
    Um den letzten Bus durch St. Georgen zu erreichen, muss man jetzt die Straßenbahn der Linie 3 um 23:32 nehmen, bereits um 23:30 muss man an der Haltestelle „Munzinger Straße“ (Haid) sein, sonst … ????

    Einen Nachtbus für diesen Stadtteil gibt es auch nicht ! ????
    Die Linie 11 fährt an Sonn- und Feiertagen nicht bis zum Bahnhof ! ????
    Und ebenfalls an Sonn- und Feiertagen fährt der Bus auch weiterhin nur im Halbstunden-Takt und kommt 2 Minuten NACH der Abfahrt der Linie 3 in Richtung Innenstadt auf der „Haid“ an, so dass man immer noch JEDES MAL 13 (!) Minuten auf den Anschluss der Linie 3 warten muss … Ganz toll … ????

    Und ‚NATÜRLICH‘ kommen immer noch pro Stunde mehrere Straßenbahnen an den Endhaltestellen („Innsbrucker Straße“/“Munzinger Straße) an, wovon nur EINE von ihnen Anschluss auf Weiterfahrt nach St. Georgen hat. ????
    Bei alledem gilt es zu bedenken, dass der Stadtteil St. Georgen immerhin zur „Kernstadt“ Freiburgs zählt !

    Summa summarum ist das Gesamt-Ergebnis zu bewerten mit:
    ???? ???? ???? ???? ???? ???? ???? ???? ???? ???? ???? ???? ???? ???? ???? ???? ???? ???? ???? ???? ???? ???? ???? ????

    • Hallo Edgar, da muss es aber ein Missverständnis geben: Denn die Linie 11 fährt ab Innsbrucker Straße nach St. Georgen jede Nacht auch um 0:19 Uhr und 0:49 Uhr. Da diese Fahrten zum nächsten Tag zählen, stehen sie am Anfang der Tabellen. Nachtbusse gibt es in keinem Freiburger Kernstadt-Stadtteil, aber wir haben dazu auch noch keine Beschwerden erhalten. Allgemein ist unser Liniennetz ein sehr komplexes Gebilde. Da ist es nicht möglich an jedem Punkt optimale Umsteigesituationen zu schaffen (besonders nicht, wenn sich die gleichen Linien mehrfach treffen). Das wurde wohl auch schon mal bei einem persönlichen Gespräch erläutert. Eine Stadtbahnlinie, die im 7,5 Minuten Takt fährt kann auch nicht bei jeder Fahrt einen Anschluss auf eine Buslinie im 15 Minuten Takt anbieten. Viele Grüße

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