Tarifanpassung – muss das sein?

Fahrpreiserhöhungen macht keiner gern. Wir auch nicht.
Für alle, die mit der RegioKarte oder einer der Zeitkarten durch das Netz des Regio-Verkehrsverbunds fahren, gibt es zum 1. August 2018 eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte: Die Preise werden erhöht. Die gute: Nur ein Teil der Angebote wird teurer. Preiserhöhungen: ein heikler, aber notwendiger Teil des Verkehrsgeschäfts.

Stillstand – den gibt es im Leben nicht. Gerade im Transportwesen, wo jeden Tag hohe Personal- und Sachmittel im Einsatz sind, um viele Menschen von A nach B zu bringen und das Leben in der Region pulsieren zu lassen, ist Stillstand undenkbar. Langfristig wäre er sogar fatal: „Die Unternehmen kommen in Not, wenn sie ihre Kosten nicht finanziert bekommen”, formuliert es Dorothee Koch, die bei VAG/RVF verantwortlich für die Tarife ist.
Der RVF – der Zusammenschluss aller Unternehmen, die mit ihren Bussen und Bahnen die Region in Bewegung halten – muss daher die Kosten im Auge behalten, die für den Nahverkehr von Bedeutung sind. Regelmäßig wird auf die „ÖPNV-spezifische Inflationsrate“ geschaut. Sie setzt sich aus der Kostensteigerung für Fahrzeugbeschaffung, Energie und die Löhne der Beschäftigten im Nahverkehr zusammen und bildet die Grundlage für Preisanpassungen.
Gestiegen sind in der letzten Zeit neben dem Dieselpreis vor allem die Personalkosten. „Das hat mit der guten Konjunktur zu tun – und damit, dass die Tarifverträge derzeit positiv für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer abgeschlossen werden“, erklärt Dorothee Koch. Mit dem Blick auf die gute Konjunktur lassen sich die Preiserhöhungen vielleicht ein wenig besser verschmerzen…

Als RVF-Geschäftsführerin und VAG-Prokuristin hat Dorothee Koch ständig dienstlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu tun. Auch privat nutzt sie sie gerne. Sie beantwortet ein paar Fragen zur Tarifanpassung.

Freuen Sie sich über die zusätzlichen Einnahmen?

Naja – Fahrpreiserhöhungen macht keiner gerne. Auch wir nicht. Aber leider geht es nicht anders, um die Kostenentwicklung aufzufangen. Wir müssen jedes Jahr die Preise erhöhen – aber wir erhöhen nicht jedes Mal alle Preise. Und wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, die Erhöhungen in kleinen Beträgen an die Kundschaft weiterzugeben.

Geben Sie die Kostensteigerung komplett an die Fahrgäste weiter?

Nein, unser Verbund tickt zum Glück anders. Wir haben immer gesagt: „Lasst uns moderat bleiben.“ Schließlich haben wir nichts davon, die Fahrpreise zu erhöhen und die Kundschaft ist weg. Die Debatte um Preisanpassungen ist allerdings immer ein ziemlicher Spagat.

Könnte man mit einer Kurzstrecke zusätzliche Kundschaft gewinnen?

Ich denke schon. Allerdings ist das, was sich so einfach anhört, ganz schön kompliziert. Wenn von vier Haltestellen die Rede ist, denkt jeder an „Technisches Rathaus“ bis „Bertoldsbrunnen“. Aber wie machen wir das bei den Schnellbussen, bei denen ich mit einer Station von Breisach nach Bad Krozingen komme? Oder bei der Höllentalbahn? Der Verbund arbeitet gerade an möglichen Lösungen. Danach setzen wir uns mit der Politik zusammen und sehen weiter.

Eine Übersicht über die wichtigsten Tickets des Regio-Verkehrsverbunds Freiburg gibt es hier.

Hierbei handelt es sich um einen Artikel aus unserem Kundenmagazin, den Facetten, Ausgabe 3/2018. Der Text stammt von Annette Christine Hoch.

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