Die Wetterbuchen auf dem Schauinsland: Ein Naturphänomen

Seit beinahe zehn Jahren führt die sechsfache Mutter aus Hofsgrund nun bereits Besuchergruppen zu den Wetterbuchen am Schauinsland und erzählt ihnen Anekdoten aus der Region. Im Interview hat uns Ursel Lorenz verraten, was das Besondere an den alten Bäumen ist und welche Geschichten sie erzählen.

Sie sind gelernte Schauwerbegestalterin, wie kam es dazu, dass Sie angefangen haben, als Wanderführerin zu arbeiten?

lorenzIch bin in Oberried aufgewachsen und schon immer leidenschaftlich gern gewandert und Mountainbike gefahren. Eines Tages bekam ich das Angebot, für das Hotel „Die Halde“ als Gästeführerin zu arbeiten und an mehreren Tagen in der Woche Nordic Walking, Schneeschuhwanderungen und Bike-Touren anzubieten. Das machte mir großen Spaß und nachdem auch das jüngste meiner sechs Kinder aus dem Gröbsten heraus war, gründete ich mit „NaTour pur“ dann mein eigenes Unternehmen.

Was ist das Besondere am Schauinsland?

Der Weitblick! Der Name sagt es ja schon, von dort oben hat man eine wunderbare Aussicht. Bei guter Sicht kann man vom Eugen-Keidel-Turm bis zu den Alpen und dem Mont Blanc  hinüberschauen. Außerdem ist der Schauinsland nicht so dicht bewaldet, wodurch alles sehr offen wirkt. Auf manchen Wiesen wachsen sogar bis zu zwölf verschiedene Blumenarten. Es ist wunderschön.

Welche Kindheitserinnerungen haben Sie an die Gegend?

Schon als Kind haben mich die „krummen Bäume“ fasziniert. Meine Mutter hat mir damals erklärt, dass die alten Buchen vom Westwind verformt wurden und ich habe sie immer fotografiert, wenn wir dort waren. Später habe ich meinen heutigen Mann kennengelernt und bin zu ihm nach Hofsgrund gezogen. Die Faszination der Wetterbuchen hat bis heute nicht nachgelassen.

Welche Geschichten erzählen die Wetterbuchen?

Für mich hat jeder einzelne dieser Bäume eine eigene Persönlichkeit. Sie strahlen Stärke und Widerstandskraft aus, denn sie haben sich gebeugt, aber sind nicht gebrochen. Sie trotzen Wind und Wetter und haben alle ein eigenes Gesicht. Irgendwann habe ich begonnen, ihnen Namen zu geben. Zum Beispiel den „Fünf Freunden“, die dicht beisammenstehen, oder dem „Zwillingspaar“. Diese Bäume sind Naturdenkmäler.

Für wen eignen sich Ihre geführten Wanderungen?

Meine Touren sind sehr individuell gestaltet. Ich gehe mit Familien, ganzen Schulklassen, aber auch Einzelpersonen wandern. In der Regel sind wir eineinhalb bis zweieinhalb Stunden unterwegs.
Ich liebe es, mir von älteren Menschen Geschichten über den Schauinsland erzählen zu lassen. Bei meinen Exkursionen gebe ich diese dann an die Besucher weiter. In der Regel gehört auch immer eine Pause dazu: Entweder das Mittagsbüffet in der „Halde“ oder ein herzhaftes Picknick auf der Wiese.

wetterbuchen1

Welche Dinge dürfen in keiner Wanderausrüstung fehlen?

Etwas zu trinken, gutes Schuhwerk, ein Vesper und eine Kopfbedeckung. Ältere Menschen sollten auch an Stöcke denken, mit denen es sich leichter bergab laufen lässt. Und natürlich darf auch ein Fotoapparat nicht fehlen.

Haben Sie eine Lieblingsjahreszeit zum Wandern?

Sommer, Herbst und Winter! Einen richtigen Frühling haben wir hier oben nicht, da kann es auch im Mai noch mal richtig schneien. Alle anderen Jahreszeiten sind hingegen einmalig schön.

Wie blicken Sie auf fast zehn Jahre als Wanderführerin zurück?

Ich freue mich jeden einzelnen Tag, wenn ich mir die Schuhe zuschnüre und den Rucksack packe – denn ich habe meinen absoluten Traumjob gefunden. Neben der Schönheit der Natur schätze ich besonders die vielen Gespräche, die ich mit den Menschen auf meinen Touren führe. Ich genieße jeden Moment.

Mehr zum Angebot von Ursel Lorenz finden Sie unter www.natourpur-schauinsland.de.

Dieser Beitrag stammt aus dem Kundenmagazin VAG facetten, Ausgabe 4 | 2016.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.