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Auf einen Kaffee mit Michael Zausch

Etwa 70 Straßenbahnen, ebensoviele Omnibusse und zwei Arbeitswagen sind derzeit Teil des Fuhrparks der VAG. Zuständig für deren Beschaffung und Instandhaltung ist Michael Zausch, Unternehmensbereichsleiter der Werkstätten und Fahrzeugtechnik.

Und seine Verantwortung wächst weiter: Bis März 2024* sollen noch sieben weitere neue Straßenbahnen des Typs Urbos 100 in Betrieb genommen werden. Im Interview verrät der 41-Jährige, wieso die Neulieferungen so wichtig sind und welche Aufgaben und Herausforderungen zu seiner täglichen Arbeit zählen.

Wie viel Kaffee trinken Sie am Tag?
In der Regel sind es drei Tassen: morgens zwei und am Nachmittag noch eine. Am liebsten trinke ich ihn noch im Bett direkt nach dem Aufwachen. Während der Arbeit habe ich oft eine Tasse Kaffee auf dem Schreibtisch stehen, die dann allerdings häufig kalt wird.

Welche Aufgaben gehören denn zu Ihrer Arbeit und Ihrem Verantwortungsbereich „Werkstätten und Fahrzeugtechnik“?
Es ist ein bunter Strauß an Tätigkeiten: Wir sind beispielsweise für die Fahrzeugbeschaffung und für den Fachbereich Nachrichtentechnik zuständig, also die Kommunikation zwischen Fahrzeug, Leitstelle und Fahrgast. Außerdem gehört die Ausbildungswerkstatt für technische Ausbildungen zu unserer Abteilung. Unsere Kernaufgabe ist es jedoch, die Fahrzeuge jeden Tag in einen sicheren und ordnungsgemäßen Zustand zu bringen. Das heißt, wir machen hier Wartungen, Inspektionen und Reparaturen.

Was sind die häufigsten Gründe dafür, dass Fahrzeuge gewartet werden müssen?
Ein Grund ist schlicht das Alter unseres Fuhrparks: Ein paar Straßenbahnen haben Technik verbaut, die bereits 20 Jahre alt ist. Manche Bauteile wie zum Beispiel die Türen, die alle paar hundert Meter auf und zu gehen, werden auch einfach sehr stark strapaziert und sind aus diesem Grund wartungsintensiver. Ab und zu gibt es auch Software-Ausfälle, die jedoch meist schnell behoben sind.

Wie oft kommen Unfallwagen in die Reparatur?
Circa alle zwei Tage haben wir Bagatellschäden wie zum Beispiel einen Streifschaden oder einen abgefahrenen Spiegel. Immer wieder gibt es auch schwerere Unfälle, die wir nicht in der eigenen Werkstatt reparieren können und bei denen die Fahrzeuge zum Hersteller gebracht werden müssen. Zurzeit sind beispielsweise zwei Straßenbahnen des Typs Urbos in Spanien. Das dauert dann inklusive Hin- und Rücktransport eineinhalb Jahre.

Was sind die Herausforderungen für die nächsten Jahre, um ein gutes Fahrzeugangebot bieten zu können?
Eine Herausforderung sind natürlich die Unfallfahrzeuge, die lange in der Reparatur sind. Ein weiteres Problem hängt mit dem Alterungsprozess unseres Fuhrparks zusammen: Es gibt nämlich leider auch immer weniger Menschen, die sich mit der alten Technik auskennen, was die Reparatur schwierig macht. Hinzu kommt die angespannte Lage bei der Versorgung mit Ersatzteilen, vor allem seit der Corona-Krise und dem Ukraine-Krieg. Bei Straßenbahnen warten wir oft ein Jahr auf neue Teile. Umso erleichterter sind wir, dass wir unser Straßenbahn-Flotte momentan um acht neue Urbos-Fahrzeuge erweitern können.

Zur Person: Michael Zausch ist schon seit vielen Jahren in der ÖPNV-Branche zuhause: Nach seiner Ausbildung zum Prozessleitelektroniker studierte der gebürtige Rheinhesse Elektrotechnik und war anschließend bei der Mainzer Verkehrsgesellschaft angestellt. Seit Januar 2019 lebt er im Freiburger Rieselfeld und arbeitet als Unternehmensbereichsleiter der Werkstätten und Fahrzeugtechnik sowie als stellvertretender Betriebsleiter bei der VAG.

*Dieser Text erschien in der Facetten-Ausgabe 01/2024.
Fotos: Anja Thölking

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