08. Aug. 2025 - 18:08 Uhr
Barrierefreier Nahverkehr in Freiburg: Tipps für inklusives Bus- und Bahnfahren mit Rollstuhl, Rollator, Kinderwagen, App, Rampe und Rücksichtnahme.
Der öffentliche Nahverkehr in Freiburg soll für alle zugänglich sein – unabhängig von Alter, Mobilität oder individuellen Einschränkungen. Viele Menschen mit Kinderwagen, Rollator oder Rollstuhl nutzen Busse und Bahnen bereits weitgehend selbstständig. Trotzdem gibt es im Alltag manchmal Hindernisse – der Absatz zwischen Fahrzeug und Haltestelle ist zu hoch, es gibt wenig Platz im Niederflurabteil.
Was mobilitätseingeschränkte Fahrgäste beachten sollte und wie alle dazu beitragen, Barrieren abzubauen, erklären wir hier:

Das A und O ist dabei die gegenseitige Rücksichtnahme. Lasst die Leute erst aussteigen, bevor Ihr selber einsteigt. Dann geht es für alle schneller! Bleibt im Fahrzeug nicht an der Tür stehen, sondern geht ins Fahrzeuginnere durch – dann haben alle mehr Platz. Und: Busse und Straßenbahnen haben mehrere Türen, und nicht nur eine, bei denen man ein- und aussteigen kann.

Auf die besonders gekennzeichneten Plätze (stilisierter Sitz mit übergestelltem Kreuz) darf man sich übrigens gerne setzen. Wenn jedoch eine berechtigte Person kommt, sollte man diese Sitzgelegenheit freimachen. Es ist auch erlaubt, für andere Personen – gerne verbunden mit einem Lächeln – aufzustehen, die einen Sitzplatz dringender brauchen. Und der Rucksack oder die Tasche gehört auf den Schoß und nicht neben Dich.

Die im Boden eingelassenen Elemente mit hellen, unebenen Streifen oder Noppen findet man zunehmend an Haltestellen und Fußgängerüberwegen. Sie dienen Menschen mit Seheinschränkungen oder Blinden zur Orientierung. Sie sind deutlich heller als das umgebende Pflaster, um Kontraste sichtbar zu machen. Die Unebenheit hilft Menschen mit Taststöcken, die Richtung zu erkennen. Bitte stellt niemals Fahrräder, Mülleimer oder anderes auf oder direkt neben diese weißen Leitstreifen.

Für Menschen mit Sehbehinderung ist die App „VAG Radar“ eine große Unterstützung: Sie zeigt in Echtzeit, welche Fahrzeuge sich nähern, kündigt diese an und informiert über Haltestellen. Die App bietet Funktionen wie Haltewunsch, Tür-Finde-Signal und die Anzeige der Linie sowie des Zieltextes. Auch der „Kinderwagen-Knopf“ kann damit vom Platz aus aktiviert werden. Nutzen können den „VAG Radar“ übrigens nicht nur Sehbehinderte, sondern alle Fahrgäste.

Kennt Ihr das: Ihr nähert euch der Bustür und sie schließt direkt vor eurer Nase? Manchmal haben Personen, die länger fürs Einsteigen brauchen, davor sogar Angst. Die Türen schließen automatisch nach drei Sekunden, wenn niemand ein- oder aussteigt. Diesen Automatismus könnt Ihr ganz einfach verhindern, indem Ihr den „Kinderwagenknopf“ drückt – das ist der Knopf unterhalb des Haltewunsches. Wenn Ihr ihn betätigt, bleibt die Tür offen, bis der Fahrer oder die Fahrerin den Schließbefehl wieder aktiviert.
Ihr könnt diesen Knopf auch nutzen, um anderen zu helfen. Sagt ihnen gern, dass es diesen Schalter gibt – so wird das Einsteigen für alle einfacher.

Für alle, die nicht mehr so gut auf den Beinen sind, stellt sich an der Haltestelle immer die Frage, schaffe ich es alleine einzusteigen oder benötige ich Hilfe. Manchmal reicht schon die helfende Hand eines anderen Fahrgastes, um kleinere Hürden zu überwinden. Man sollte aber immer fragen, wie man am besten helfen kann.

Alle Fahrzeuge der VAG verfügen über fest eingebaute oder tragbare Rampen, die die Fahrerinnen und Fahrer als Einstiegshilfe anlegen können. Fahrgäste, die diese Hilfe benötigen, platzieren sich am besten ganz vorne an der Haltestelle und machen auf sich aufmerksam, um mit der Fahrerin oder dem Fahrer in Kontakt zu treten. Hilfreich ist es, dass man beim Anlegen der Rampe auch gleich sagt, wo man wieder aussteigen muss. In den 25 Fahrzeugen der „Urbos-Reihe“ gibt es im Bereich der großen Aufstellflächen für Rollstühle und Kinderwägen außerdem eine Sprechstelle, an der man mit dem Fahrpersonal direkt in Kontakt treten kann.

Ihr möchtet mehr über barrierefreien ÖPNV erfahren? Die VAG bietet Euch ausführliche FAQs und Broschüren zum Download auf ihrer Website (www.vag-freiburg.de/service-infos/barrierefreiheit-sicherheit) an. Zudem könnt Ihr praktische Trainings an der „Übungshaltestelle“ auf dem Betriebshof absolvieren. Unsere Mitarbeitenden besuchen auch gerne Senioren- und Behinderteneinrichtungen, um direkt vor Ort Unterstützung zu bieten. Kontakt: Gerd Kiefer und Volker Ankelin Telefon: 0761/4511-500; E-Mail: ; .
Zögert nicht, uns bei Fragen zu kontaktieren – gemeinsam machen wir den ÖPNV für alle zugänglicher.

Der öffentliche Nahverkehr in Freiburg ist bemüht, für alle Nutzerinnen und Nutzer zugänglich und komfortabel zu sein. Durch spezielle Einrichtungen, moderne Apps wie „VAG Radar“ und Schulungen für das Fahrpersonal wird die Barrierefreiheit stetig verbessert. Für Fahrgäste bedeutet das: aufeinander Rücksicht nehmen, sich bei Bedarf an das Fahrpersonal wenden und die vorhandenen Hilfsmittel sowie Angebote nutzen. So kann jede Fahrt zu einem positiven Erlebnis werden – egal, ob mit Kinderwagen, Rollstuhl, Gehwagen oder ganz ohne Einschränkungen. Gemeinsam schaffen wir eine inklusive und respektvolle Mobilitätskultur in Freiburg.
Text: Andreas Hildebrandt
Fotos: Anja Thölking
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