Ohne Bus geht’s nicht: Warum der Busverkehr unverzichtbar ist

Uhr 15. Juli 2025 - 11:18 Uhr

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Freddy Greve

VAG Freiburg

Ohne Bus kein verlässlicher Nahverkehr: Die Busse Freiburgs verbinden Stadtteile, schließen Lücken im Netz und halten bei Störungen den Takt aufrecht.

Es gibt in Deutschland fast keine Stadt, in der die umweltfreundlichen Verkehrsmittel so viel genutzt werden wie in Freiburg. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Mobilität in Deutschland“ des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr: 76 Prozent aller Wege werden hier mit dem Fahrrad, mit Bus und Stadtbahn und zu Fuß zurückgelegt und nur noch 24 Prozent mit dem Auto. Das ist ein Wert, den nicht einmal die deutschen Millionenstädte mit leistungsfähigen S- und U-Bahnsystemen vorweisen können. Nur Berlin kommt noch auf einen vergleichbaren Wert.

Die städtische Politik in Freiburg hat schon seit mehr als vier Jahrzehnten das Ziel, das Fahrradfahren, das Zufußgehen und die öffentlichen Verkehrsmittel zu stärken: Das Stadtbahnnetz wurde immer weiter ausgebaut, das Busnetz attraktiv angepasst, die Barrierefreiheit dieser Angebote wurde verbessert. Fahrradwege wurden gebaut. Kurz: Heute ist es bei vielen Wegen attraktiver, die umweltfreundlichen Verkehrsarten zu nutzen als das Auto.

Ohne Bus wäre das Nahverkehrsnetz löchrig

Die Bus- und Stadtbahnlinien sind die Nervenbahnen der Mobilität in Freiburg. Sie legen sich als gut durchdachtes Netz flächendeckend über das Stadtgebiet. Die Straßenbahn bildet dabei das Rückgrat und sorgt für dicht getaktete und schnelle Verbindungen zwischen den einzelnen Stadtteilen und den wichtigsten Knotenpunkten, wie zum Beispiel der Innenstadt oder dem Hauptbahnhof. Heute wohnen mehr als 85 Prozent aller Freiburger*innen nicht weiter als 500 Meter von der nächsten Stadtbahnhaltestelle entfernt! Doch dieses Netz wäre nicht halb so gut, wenn seine Maschen durch die 22 Buslinien der VAG nicht noch enger geknüpft wären.

Den Bussen kommt die wichtige Aufgabe zu, all jene Stadtgebiete mit einem Nahverkehrsangebot zu versorgen, die noch nicht im direkten Einzugsbereich einer Stadtbahnlinie liegen. In den meisten Fällen bringen sie ihre Fahrgäste dann zu den nächstgelegenen Stadtbahnhaltestellen. Das sorgt flächendeckend für eine dicht getaktete Versorgung auch in den städtischen Randlagen und trägt dazu bei, auch abgelegenere Stadtteile gut an den öffentlichen Nahverkehr anzuschließen.

Die Buslinien verbinden die Stadtteile Freiburgs effizient

Das System folgt dem Prinzip, möglichst viele Fahrgäste auf kurzen Wegen in das zentrale Netz einzubinden und dabei die verschiedenen Verkehrsangebote sinnvoll miteinander zu verzahnen. Die Buslinien ergänzen die Stadtbahn somit nicht nur, sondern sind unverzichtbarer Bestandteil des Gesamtnetzes. Sie schaffen eine wichtige Verbindung zwischen den Stadtteilen und sorgen für eine hohe Verfügbarkeit des Nahverkehrsangebots.

Ohne den Busverkehr wäre das Netz in Freiburg also deutlich weniger flexibel und kaum in der Lage, die gesamte Stadtgesellschaft zu erreichen. Gerade in den weniger dicht besiedelten oder schwer erreichbaren Gebieten sind die Busse die entscheidenden Bindeglieder, die eine umfassende Mobilität sicherstellen. Damit trägt der Busverkehr wesentlich dazu bei, das Ziel eines möglichst barrierefreien, zuverlässigen und nachhaltigen Öffentlichen Nahverkehrs zu erfüllen.

Die Busse sind die Rückfallebene bei Schienenstörungen und Baustellen

Und wer ist es, der den öffentlichen Verkehr aufrechterhält, wenn auf der Schiene wegen Baustellen oder größeren Betriebsstörungen zeitweise kein Stadtbahnverkehr laufen kann? Das sind die Busse des Schienenersatzverkehrs. Sie sind also auch noch die zuverlässige Rückfallebene, wenn es auf den Gleisen mal nicht läuft.

Gut, dass wir ihn haben, den Bus. Und das seit 100 Jahren!

Text: Andreas Hildebrandt

Fotos: Anja Thölking und Trapeze


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