06. Nov. 2025 - 14:57 Uhr
Beliebt und seit Jahrzehnten bewährt: Die Bus- und Straßenbahnschule der VAG. Wir nehmen euch mit auf eine erlebnisreiche Doppelstunde mit „Schulleiter“ Matthias Wölke.
Flapp, flapp, flapp macht es, als der Bus die schnurgeraden aufgereihten Hütchen an der Busschul-Haltestelle erwischt. In sicherem Abstand verfolgen die Kinder der Kopernikus-Kita aus Freiburg mit ihren Erzieherinnen und Erziehern gebannt, was passieren kann, wenn man nicht hinter der weißen Abstandslinie steht. „Das Bild der platten Hütchen unterm Vorderrad bleibt im Kopf“, weiß Matthias Wölke, der den Bus steuert. Einst selbst Busfahrer, leitet er seit vielen Jahren die Busschule der VAG. Etwa 20.000 Kindern hat er bislang das Einmaleins der Verkehrssicherheit beigebracht. Jedes Jahr kommen tausend weitere hinzu. Die Plätze für die rund zweistündige Verkehrserziehung auf dem VAG-Betriebsgelände sind begehrt, die Termine oft ein halbes Jahr im Voraus ausgebucht (Anmeldung s. u.).

Sicher unterwegs im Bus …
Das Wissen rund um den sicheren Schulweg und das Verhalten in Bus und Bahn wird anhand nachgestellter Alltagssituationen spannend, praxisnah und mit jeder Menge Aha-Effekten vermittelt. Etwa, wenn Wölke den Busschul-Bus beschleunigt und eine Vollbremsung hinlegt: Die Schultaschen, die zuvor über den 18 Meter langen Gang verteilt wurden, stapeln sich jetzt alle wild durcheinandergewürfelt ganz vorne im Bus. Die Kinder erfahren anschaulich, welche Kräfte wirken und warum man sich deshalb während der Fahrt hinsetzen oder immer festhalten muss. Sie lernen auch, wie man richtig ein- und aussteigt und was man machen soll, wenn man in die falsche Richtung gefahren ist: einfach den Busfahrer ansprechen, aussteigen und an der Haltestelle auf den richtigen Bus warten – oft wurde dessen Fahrer dann schon informiert. Evelin Braun, duale Studentin bei der VAG, unterstützt Wölke auf der Trainingstour. Sie erklärt, was die Hinweispiktogramme im Bus bedeuten: keine Inlineskates tragen, nichts essen oder trinken, nicht rauchen. „Und Kaugummizigaretten?“, fragt ein Kind besorgt. „Die vielleicht schon, wenn das Kaugummi im Mund bleibt und nicht an die Sitze geklebt wird“, erklärt sie lachend.
Im Video: Gefahrenbremsung eines Busses…
… und in der Straßenbahn.
Weiter geht’s zu einem Highlight der Tour: in die riesige Halle für die Straßenbahnen. Auf einer leuchtet der Schriftzug „Straßenbahnschule“. Die Kinder stellen sich am Rand parallel zu den Schienen auf, Wölke beschleunigt die Bahn, klingelt, bremst, und sie kommt zum Stehen. Im Vergleich zum Bus jedoch viel später. Die Kinder lernen: Die breiten Busreifen aus Gummi haften besser auf dem Asphalt als die schmalen Eisenräder der Bahn auf den Schienen. Daher hat jede Straßenbahn Bremssand dabei, der bei sogenannten Gefahrenbremsungen automatisch vor die Räder gestreut wird, um die Reibung zu erhöhen und den Bremsweg zu verringern. Wölke zeigt der Gruppe den pulverisierten Sand zwischen den Schienen. Auch diese Bilder werden sich die Kleinen einprägen. „Oft dauert es ein paar Wochen, bis sie alles verarbeitet haben, aber dann erinnern sie sich noch lange daran und erzählen anderen davon. So spricht es sich herum“, nennt Wölke einen Erfolgsfaktor der Busschule.
Im Video: Gefahrenbremsung einer Straßenbahn in der Straßenbahn-Abstellhalle…
Wichtiges gesellschaftliches Engagement – seit 2004
Rund 60 Prozent der Kinder nutzen in Freiburg den öffentlichen Personennahverkehr, um zur Schule zu kommen – Tendenz steigend. Durch die freie Schulwahl in Freiburg legen sie oft lange Strecken mit Bus und Bahn zurück – und das oft schon ab der ersten Grundschulklasse. Für mehr Sicherheit auf diesen Wegen hat die VAG im Rahmen des Verkehrstages 2004 die Busschule ins Leben gerufen. Das Training richtet sich an Kinder im letzten Kindergartenjahr und an Grundschülerinnen und Grundschüler der Klassen 1 bis 4. Pro Jahr gibt es etwa 50 Schulungstermine.
Anmeldung und weitere Infos
Anmeldung bei Matthias Wölke per E-Mail: .
Weitere Infos zur Busschule findet ihr >> hier
Wichtig: Die Wartezeiten auf einen freien Gruppentermin können bis zu sechs Monate betragen!
Text/Fotos/Videos: Michael Quell
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