19. Okt. 2026 - 12:11 Uhr
Was bedeutet Barrierefreiheit im Alltag von Bus und Bahn? Bei einem ganztägigen Dreh mit Sarah Baumgart und Mischa Knebel haben wir verschiedene Perspektiven beleuchtet und gezeigt, wie jede und jeder zu mehr Barrierefreiheit beitragen kann.
Barrierefreiheit bedeutet, dass alle Menschen Bus und Bahn möglichst selbstständig, sicher und komfortabel nutzen können. Doch dafür braucht es mehr als abgesenkte Einstiege, Rampen oder spezielle Stellflächen. Barrierefreiheit lebt vor allem von gegenseitiger Rücksichtnahme. Genau dieses Thema stand im Mittelpunkt eines ganztägigen Drehs bei uns auf dem Betriebshof.
Für die Aufnahmen sind die Sarah Baumgart (Behindertenbeauftragte der Stadt Freiburg) und Mischa Knebel (Geschäftsführer des Blinden- und Sehbehindertenvereins) zu uns gekommen. Gemeinsam mit unserem VAG-Team entstanden Videos für unsere Social-Media-Kanäle, die Fahrgastinformationsbildschirme (MFDs) in den Fahrzeugen und dieser Blogbeitrag. Ziel war es, Barrierefreiheit aus unterschiedlichen Perspektiven erlebbar zu machen und zu zeigen, wie jede und jeder zu einem besseren Miteinander beitragen kann

Alltagssituationen aus verschiedenen Perspektiven
An verschiedenen Haltestellen und in den Fahrzeugen wurden typische Situationen aus dem ÖPNV-Alltag nachgestellt. So zeigen die Videos unter anderem die Bedeutung von Leitstreifen für blinde und sehbehinderte Menschen, die Nutzung von Rampen beim Ein- und Ausstieg sowie die Rolle der Rollstuhlplätze im Fahrzeug.
Die Dreharbeiten machten sichtbar, dass der Weg in Bus oder Stadtbahn nicht für alle gleich einfach ist. Wer zu Fuß unterwegs ist, steigt meist schnell ein. Für Menschen im Rollstuhl ist das aufwendiger. Sie brauchen Platz zum Rangieren, eine nutzbare Rampe und die Rücksichtnahme anderer Fahrgäste. Gerade deshalb sind Geduld und Verständnis so wichtig.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Perspektive blinder Menschen. Viele Fahrgäste nehmen Leitstreifen im Alltag kaum bewusst wahr. Für blinde und sehbehinderte Menschen sind sie jedoch eine wichtige Orientierungshilfe. Umso wichtiger ist es, diese Bereiche nicht durch Gepäck, Fahrräder, E-Roller oder andere Gegenstände zu blockieren.
Die Botschaft aller Videos ist klar: Barrierefreiheit geht uns alle an. Oft sind es kleine Gesten, die einen großen Unterschied machen.
Bitte haltet Rollstuhlplätze für Menschen frei, die einen Rollstuhl nutzen, und achtet darauf, genügend Platz zum Wenden und Rangieren zu lassen. Stellt Fahrräder, E-Roller, Kinderwagen oder Gepäck so ab, dass Wege frei bleiben und andere Fahrgäste nicht behindert werden. Leitstreifen sollten niemals zugestellt werden, damit blinde und sehbehinderte Menschen sich sicher orientieren können.

Wer Unterstützung anbieten möchte, sollte außerdem immer zuerst nachfragen, ob Hilfe überhaupt gewünscht ist. Nicht jede Hilfe wird benötigt und nicht jede Behinderung ist auf den ersten Blick erkennbar. Respekt, Geduld und Verständnis helfen deshalb oft mehr als vorschnelles Handeln.
Barrierefreiheit entsteht nicht nur durch technische Ausstattung. Sie wird jeden Tag von Menschen gelebt. Mit etwas Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme können wir gemeinsam dafür sorgen, dass alle Fahrgäste sicher und selbstständig unterwegs sein können. Danke für eure Rücksichtnahme!
Text: Evelin Luisa Braun
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