29. Apr. 2026 - 16:55 Uhr
Über eine Verkaufsplattform des Bundes werden aussortierte Gegenstände der VAG versteigert. Das ist gut für die Finanzen und für die Umwelt.
Eine Kehrmaschine, ein Omnibus oder ein Espressoset mit Kugelschreiber: Es sind die unterschiedlichsten Dinge, die bei der Freiburger Verkehrs AG im Laufe der Zeit aussortiert werden. Aber wohin mit den gebrauchten, aber noch nutzbaren Dingen? Einfach wegwerfen oder verschrotten? „Dafür sind die Sachen viel zu schade“, meint Stephanie Wiehle, die bei der VAG die Leitung der Materialwirtschaft innehat. „Daher verkaufen wir die gut gepflegten Dinge lieber“. Doch wie funktioniert ein Verkauf als Unternehmen eigentlich? Über eBay? Oder Kleinanzeigen?

Das eBay der Bundesrepublik
„Früher wurden die aussortierten Gegenstände tatsächlich einfach über Annoncen in der Zeitung oder Aushänge verkauft“, erklärt Wiehle. „Seit einigen Jahren nutzen wir dafür allerdings die Plattform VEBEG, das Verwertungsunternehmen des Bundes“. Sortiert eine Abteilung einen Gegenstand aus – zum Beispiel, weil er durch einen neueren ersetzt wird oder durch Umstrukturierungen nicht mehr benötigt wird – bekommt Stephanie Wiehle zunächst eine Nachricht von der Abteilung. Anschließend schickt sie die Infos zum Gegenstand inklusive Fotos an Mitarbeitende von VEBEG.
Diese stellen den Gegenstand in einer Auktion – ähnlich wie auf der Verkaufsplattform eBay – online. Dort können Unternehmen zehn Tage lang auf das Angebot bieten, bevor es an den Höchstbietenden verkauft wird. Der holt es anschließend bei der VAG ab und das Geld wird an den jeweiligen Fachbereich verbucht. „Etwa 90 Prozent unserer angebotenen Waren werden erfolgreich auf der Plattform versteigert“, erklärt Wiehle. Und wenn etwas mal nicht verkauft wird? „Dann gehen die Dinge weiter an den VAG-Betriebsrat, der sie gegen eine Spende an die Mitarbeitenden verschenkt.“
Neues Leben für ausgemusterte Dinge
Seit dem Jahr 2023 wurden auf diese Weise 15 Artikel aus dem Betriebsinventar durch die VAG für insgesamt 30.702,40 Euro verkauft. So gingen beispielsweise zwei ausgemusterte Tresore für 420 Euro an ein Bauunternehmen in der Nähe von Karlsruhe und eine Hebebühne wurde für 1830 Euro an eine Firma in Thüringen veräußert. Weitere 83.991,40 Euro wurde in diesem Zeitraum zudem durch den Verkauf von ausgemusterten Fahrzeugen generiert, die durch modernere und effizientere Modelle ersetzt wurden.
In den Startlöchern für kommende Auktionen stehen immer mal wieder ältere Linienbusse oder zwei Pkw mit vielen Zigtausenden Kilometern auf dem Tacho.
„Für uns ist der Verkauf der aussortierten Gegenstände in doppelter Hinsicht sinnvoll“, betont Stephanie Wiehle. „Zum einen bekommen wir dadurch noch ein bisschen Geld. Und zum anderen ist es aus nachhaltiger Sicht schön, dass die Dinge weiter genutzt und nicht verschrottet werden.“
Text/Fotos: Anna Ebach; Foto von Stephanie Wiehle: Anja Thölking.

Xenia Plocher
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