15. Sep. 2025 - 17:27 Uhr
Mit zwei Bussen fing alles an: Vor genau 100 Jahren ging die erste Buslinie in Freiburg auf Linie. Das Fahrerlebnis war damals noch ganz anders.
Der 27. September war – glaubt man den alten Aufzeichnungen – ein eher kühler, leicht regnerischer Herbsttag. Doch auch, wenn die Sonne vielleicht nicht schien, so stellt dieses Datum einen Meilenstein für den Öffentlichen Nahverkehr in Freiburg dar: Denn an diesem Tag ergänzte erstmals in der Geschichte der Stadt eine Kraft-Omnibuslinie das bereits seit 1901 bestehende Straßenbahnnetz.
Die Buslinie führte vom Hohenzollernplatz – dem heutigen Friedrich-Ebert-Platz – nach Betzenhausen. Dafür waren eigens zwei „Niederrahmen-Omnibusse“ mit jeweils 17 Sitz- und Stehplätzen des Herstellers MAN für zusammen knapp 60.000 Reichsmark angeschafft worden. Die rot-weiß lackierten Busse mussten noch per Handkurbel gestartet werden und verfügten über mechanische Türen, die vom Fahrer per Gestänge bedient wurden. Die Prospekte jener Zeit lobten die moderne Bauart, das ruhige Fahrverhalten, die bequeme und gediegene Ausstattung, vor allem aber die Sicherheit für die Fahrgäste. Das „Umstürzen nach einem Zusammenstoß“ konnte die Herstellerfirma ausdrücklich ausschließen.

Alle 20 Minuten konnten die Betzenhausener nun tagsüber zwischen 6 und 20 Uhr Richtung Innenstadt und zurück unterwegs sein. Im Abendverkehr bis 23 Uhr immerhin noch alle 30 Minuten. Von diesem Angebot wurde auch reichlich Gebrauch gemacht. Durchschnittlich wurden 750 Fahrgäste je Tag gezählt. Der Fahrpreis sorgte allerdings zunächst für Unmut. Für die Fahrt in den Vorort wurde anfangs nämlich zu dem regulären Fahrpreis von 10 Pfennigen ein Zuschlag von weiteren 10 Pfennigen erhoben. Denn trotz des ordentlichen Zuspruchs benötigte die neue Linie einen Zuschuss von rund 7.000 Reichsmark im Jahr. Nach Protesten des örtlichen Lokalvereins wurde dieser Aufpreis jedoch wieder aufgehoben. Der Fehlbetrag musste nach dem Willen der Stadt Freiburg aus der Kasse der Straßenbahngesellschaft ausgeglichen werden. Die „Direktion des Elektrizitätswerkes und der Straßenbahn“ hatte also mit dem Bus einen dritten Betriebszweig hinzubekommen.
Eine Eröffnungsfahrt der neuen Auto-Omnibuslinie Freiburg – Betzenhausen für Ehrengäste und künftige Betreiber hatte bereits am 26. September 1925 gegen 17 Uhr stattgefunden. An der Endhaltestelle gab es eine Begrüßung durch den Lokalverein und eine kleine Feier im damaligen Gasthaus zur Krone. Als Dank für ihren Gesang bei der Begrüßung wurden den singenden Schulkindern „75 Brezeln zu je 20 Pfennigen“ spendiert, wie aus einer Notiz des Stadtrates hervorgeht.

Mit der Anbindung an den Öffentlichen Nahverkehr wurde letztlich einer der Wünsche erfüllt, den sich das Dorf Betzenhausen von seinem Anschluss an die Stadt erhofft hatte. Im Jahr 1908 wurde Betzenhausen, damals ein Dorf mit rund 600 Einwohnenden, auf eigenen Wunsch in die Stadt Freiburg eingemeindet. Betzenhausen, das sich auf einer Gemarkungsfläche von etwa 280 Hektar erstreckte, strebte nach einer besseren Anbindung an die städtische Infrastruktur.
Mit dem Anschluss an die städtische Wasserversorgung und dem Bau einer Volksschule – der heutigen Gerhart-Hauptmann-Schule – erfüllten sich einige dieser Erwartungen. Auch der Anschluss an die Elektrizitätsversorgung wurde schon im Jahr 1917 verwirklicht. Die eigentlich gewünschte Verlängerung der Straßenbahn nach Betzenhausen ließ allerdings noch länger auf sich warten und wurde erst im Jahr 1983 Wirklichkeit. Eine zweite Buslinie, die vom Johanneskirchplatz zum Englerplatz in der Siedlung Haslach führte, wurde bereits 1928 eröffnet. Zwei Jahre später, im März 1930, wurde die Linie nach St. Georgen in Betrieb genommen.
Text: Andreas Hildebrandt
Fotos: VAG Freiburg/Kultur- und Geschichtskreis Betzenhausen-Bischofslinde e.V.
www.kuge-freiburg.de

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