23. März 2026 - 11:39 Uhr
Die Bissierstraße ist barrierefrei ausgebaut – und zeigt konkret, wie moderner ÖPNV funktioniert. Akustische Signale, Leitsysteme, multimodale Mobilität: ein Vorzeigemodell mit Vorbildcharakter für die ganze Stadt.
Die Haltestelle Bissierstraße ist jetzt vollständig barrierefrei ausgebaut. An der Kreuzung Bissierstraße/Berliner Allee sind alle Übergänge mit akustischen Signalen ausgestattet, die automatisch zwischen Straßen- und Gleisquerungen unterscheiden. Für blinde und sehbehinderte Menschen eine verlässliche Orientierungshilfe.
Ein durchgehendes Blindenleitsystem aus Rillen- und Noppenplatten mit kontrastierenden Begleitstreifen führt Nutzende zuverlässig zu Ampelüberwegen, Haltestellen und Querungsstellen. Die Querungen selbst wurden in zwei unterschiedlichen Höhen gebaut – eine Lösung, die sowohl Rollstuhlfahrenden als auch Sehbehinderten gerecht wird. Gepflasterte Wege über die Bushaltestelle vervollständigen das Konzept.
Das Besondere: Es ist kein Flickenteppich aus isolierten Maßnahmen, sondern ein durchdachtes Gesamtkonzept. Behindertenverbände waren von Anfang an beteiligt und brachten ihre Expertise ein. Das macht den Unterschied – und wird von allen Beteiligten als Vorzeigemodell für barrierefreien Ausbau anerkannt.
Menschen mit Behinderungen sind oft besonders auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen. Deshalb ist es entscheidend, dass Barrierefreiheit nicht nur an einzelnen Stellen umgesetzt wird, sondern flächendeckend gedacht wird. Die Bissierstraße zeigt: Das ist möglich – wenn Stadt, Verkehrsbetriebe und Behindertenverbände zusammenarbeiten. Denn Barrierefreiheit ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern auch einer guten (Stadt-)Planung.

Warum der Mobilitätsknotenpunkt so wichtig ist
Die Bissierstraße ist aber nicht nur ein barrierefreier Ort – sie ist auch ein moderner Mobilitätsknotenpunkt. Die Station verbindet die Buslinien 10, 22 und 36 mit der Stadtbahnlinie 3 und ermöglicht echte multimodale Mobilität: Fahrgäste können flexibel zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln wechseln. Das ist entscheidend für eine lebenswerte Stadt – Menschen brauchen Wahlmöglichkeiten, um mobil zu sein.
Fahrgastunterstände, eine Frelo-Station, ein Park-and-Ride-Platz mit rund 240 Stellplätzen, eine DHL-Packstation und Automaten für Snacks und Getränke machen die Haltestelle zu einem attraktiven Knotenpunkt im Stadtgebiet. Seit Dezember 2025 versorgt zudem eine Schnellladestation die E-Busse der VAG mit Ökostrom – ein wichtiger Schritt zu nachhaltigerer Mobilität.

Fotos: Patrick Seeger/Stadt Freiburg/VAG Freiburg

Eric Kurscheidt
26.03.2026 um 11:09 Uhr
Herzlichen Glückwunsch zur Vollendung dieses Vorzeige-Projekts zur Barrierefreiheit und Verknüpfung von Mobilität. Es ist schön zu sehen, wie aus einem Bedarfshalt für Busse diese Mobilitäts-Drehscheibe wurde. Perfekt wäre gewesen, wenn auch das Kiosk (inklusive Toiletten) wieder in Betrieb genommen würde. Alternativ wäre aber auch ein Angebot über Automaten möglich. Hier scheint die Angst vor Vandalismus grösser zu sein, als den Kunden einen guten Service zu bieten Die Nähe zum Zubringer-Mitte bietet durchaus weitere Möglichkeiten von Buslinien. So wäre z.B. eine zusätzliche Verbindung zum Mundenhof am Wochenende oder an Feiertagen möglich.

VAG Freiburg
27.03.2026 um 10:21 Uhr
Hi Eric, danke für dein Feedback. Wir haben an der Haltestelle tatsächlich Snack- und Getränkeautomaten angebracht. Probier doch mal aus, ob sie dir taugen.
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