03. Aug. 2026 - 08:35 Uhr
Steigende Temperaturen erfordern neue Strategien. So macht die VAG ihr Netz und ihre Anlagen fit für heiße Tage.
Wenn die Temperaturen tagelang über 30 Grad klettern, geraten nicht nur Menschen ins Schwitzen. Auch die Infrastruktur des öffentlichen Nahverkehrs wird durch anhaltende Hitze zunehmend belastet. Mit dem Klimawandel nehmen sowohl die Dauer als auch die Intensität von Hitzewellen spürbar zu. Für Verkehrsunternehmen wird das zu einer immer wichtigeren Herausforderung. So reagiert die VAG darauf:
Im Juni 2026 sorgten Berichte aus anderen Städten für Aufmerksamkeit: Dort hatte sich bei extremer Hitze Bitumen gelöst und war in die Gleisbereiche gelangt. Die Folge waren Verklebungen an den Rädern der Straßenbahnen und teilweise massive Ausfälle des Fahrgastbetriebs. Ein solches Szenario gab es in unserem Netz zum Glück bisher nicht.
Auch wir verwenden bei vielen Gleisabschnitten Bitumen beziehungsweise Fugenmasse. Allerdings wird diese bewusst einige Millimeter unterhalb der Schienenoberkante eingebracht. Zusätzlich sorgt eine Schicht aus Quarzsand dafür, dass die Räder der Stadtbahnen nicht mit dem Material in Berührung kommen.
Mit diesem Aufbau haben wir auch während vergangener Hitzewellen überwiegend gute Erfahrungen gemacht. Trotzdem können Probleme auch dadurch nicht vollständig ausgeschlossen werden.

Die steigenden Temperaturen fließen schon heute in die Planung neuer Strecken ein.
Seit einigen Jahren verwenden wir bei Neubaustrecken für die Schienenlängsfugen kein Bitumen mehr, sondern sogenannte Kammerfüllelemente. Dabei werden die Schienen bis zur Oberkante mit einem hitzebeständigen Gummigranulat eingebettet. Das Material ist hitzebeständig, wartungsärmer und verhindert das Risiko von Verklebungen.
Für zukünftige Strecken wird diese Bauweise deshalb zum Standard.
Gleichzeitig stehen wir regelmäßig im Austausch mit anderen Verkehrsunternehmen. Denn die Auswirkungen des Klimawandels betreffen die gesamte Branche – und viele Lösungen entstehen durch gemeinsame Erfahrungen.

Hohe Temperaturen können auch unsere technischen Anlagen entlang der Strecke beeinträchtigen.
Ein Beispiel sind die Schaltschränke für Weichensteuerungen oder andere technische Einrichtungen am Streckenrand. Sie reagieren empfindlich auf starke Sonneneinstrahlung. Um die Anlagen besser zu schützen, setzen wir zunehmend auf doppelwandige Gehäuse mit optimierter Belüftung. Das reduziert die Hitzebelastung deutlich, auch wenn sich Ausfälle bei extremen Wetterlagen nie vollständig ausschließen lassen.

Nicht nur die Infrastruktur, auch die Fahrzeuge selbst müssen mit extremer Hitze umgehen können.
Aktuell verfügen rund die Hälfte unserer Straßenbahnen über einen klimatisierten Fahrgastbereich. Hier könnt ihr nachlesen, welcher Fahrzeugtyp klimatisiert ist. Da nicht jederzeit alle Fahrzeuge benötigt werden, setzen wir nach Möglichkeit verstärkt die neueren, klimatisierten Bahnen ein.
Bei den Bussen liegt der Anteil bereits bei rund drei Vierteln. Alle E-Busse sind klimatisiert.
Für Neubeschaffungen gilt inzwischen eine klare Regel: Fahrzeuge ohne Klimatisierung werden nicht mehr angeschafft. Der Fuhrpark wird damit Schritt für Schritt besser auf heiße Sommer vorbereitet. Aktuell laufen Ausschreibungen für neue Straßenbahnen und E-Busse, die in den kommenden Jahren in Betrieb gehen sollen. Im Busbereich rechnen wir damit, spätestens bis 2030 ausschließlich klimatisierte Fahrzeuge im Linienbetrieb einzusetzen. Im Straßenbahnbetrieb wird das leider noch einige Jahre dauern. Warum wir keine Klimaanlagen nachrüsten oder direkt neue Bahnen kaufen, könnt ihr hier nachlesen.
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