Altes Eisen mal anders: die Linie 2 in Günterstal

Es ist die älteste Straßenbahnlinie Freiburgs und sie hat so einiges zu bieten: Wir besuchen die Linie 2 in Günterstal.

Linie 2 im Kurzprofil
Streckenlänge: 8,5 km
Fahrtzeit: ca. 36 Minuten
19 Stationen

Der Streckenabschnitt Günterstal – Rennweg wurde am 14.10.1901 in Betrieb genommen und ist damit die älteste Straßenbahnlinie Freiburgs. 1908 wurde die Bahn bis zum Komturplatz, 1910 bis nach Zähringen und 2014 bis zur Gemarkungsgrenze Gundelfingen verlängert. Weitere Besonderheiten: Der Abschnitt Dorfstraße – Klostertor ist der einzige eingleisige Abschnitt des Freiburger Bahnnetzes, die Endhaltestelle Dorfstraße der einzige „Kopfbahnhof“ und gleichzeitig eine der zwei Haltestellen mit linksseitigem Ausstieg (Richtung Günterstal).

Günterstal ist ein ehemaliges Dorf, in dem bis zu seiner Eingemeindung 1890 eher ärmliche Verhältnisse herrschten und das sich nur wenig später zu einem der begehrtesten Wohnviertel Freiburgs entwickelte. Zur Aufwertung dürfte auch die Tatsache beigetragen haben, dass man sich ebreits 1901 den Luxus einer eigenen Straßenbahnanbindung leistete. Günterstal liegt am Fuße des Schauinslandmassivs, dessen Ausläufer sich als Kybfelsen und Bromberg bis in die Stadt ziehen. Der 1.284 m hohe Schausinslandgipfel gehört noch zur Freiburger Gemarkung – als sportlicherer Wanderer kann man in Freiburg also 1000 Höhenmeter überwinden.

Schauinslandbahn

Wer es bequemer liebt, fährt mit dem Bus Nr. 21 zur Talstation der Schauinslandbahn und schwebt in 20 genussreichen Minuten auf den Freiburger Hausberg. Dass dieser zur Stadt gehört, hat historische Gründe: Im Mittelalter befanden sich dort ertragsreiche Silberminen, die zum damaligen Reichtum Freiburgs beitrugen. Die alten Wegverbindungen zu den Bergwerken führten über das Gebiet von Horben und das „Kaltwasser“ bis auf die Höhe des heutigen Hotels „Die Halde“.

Die Haltestelle Dorfstraße  weist gleich mehrere Besonderheiten auf (siehe oben). Die bekannteste ist allerdings seit Ende 2014 hinfällig: Bis die Straßenbahnlinie von der Grenze Basel bis zum Bahnhof Weil eröffnet wurde, durfte sie sich die „südlichste Straßenbahnhaltestelle Deutschlands“ nennen. Bemerkenswert ist das schindelverkleidete, einem historischen Vorbild nachempfundene hölzerne Wartehaus am Bohrerbach.

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Das Gasthaus Kybfeslen diente früher der Gemeinde Günterstal als eine Art Rathaus. Es gehört zu den ältesten Gebäuden des Ortes und ist mit seinen beiden schlichten, aber stilvollen Wirtsstuben eine beliebte Einkehr. Sein Name bezieht sich auf einen östlich des Ortes in 810 m Höhe gelegenen Felsen und eine früher dort gelegene Burg, über die viele Sagen kursieren, aber nur wenige historische Fakten vorliegen.

Diese und viele weitere, interessante Geschichten zur Freiburger Straßenbahn und ihren Stationen finden Sie im Buch „STRABA – Freiburg auf Gleisen entdecken“, Preis 9,95 €, ISBN 978-3-923288-78-6.

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