E-Bus Wir testen für Sie die E-Zukunft

E wie Elektro: Informationen rund unsere zukünftigen E-Busse

Ab November 2019 ist es soweit, die ersten beiden Elektrobusse werden bei uns angeliefert. Diese sollen vorhandene Dieselbusse ersetzen, sodass der Busbestand langfristig ausgetauscht wird. Derzeit verfügt die VAG insgesamt über 71 Straßenbahnen und 65 Busse.

Der Linienbetrieb der E-Busse wird dann ab Anfang 2020 aufgenommen, zunächst auf einer Teststrecke, der Linie 27 zwischen Herdern und dem Europaplatz, da dort im Zuge der Baumaßnahmen der Stadtbahn Rotteckring eine Nachladestation eingerichtet werden konnte.

Technologie der Zukunft

Betriebsleiter Johannes Waibel

Unser Betriebsleiter erzählt einer Besuchergruppe alles über die geplanten E-Busse bei der VAG.

„Die neuen Elektrobusse der VAG werden von sogenannten radnahen Elektromotoren angetrieben. Der Motor befindet sich dabei direkt auf der Antriebsachse hinter dem Rad und sorgt so für ein hervorragendes Drehmoment, da kein Getriebe erforderlich ist“, erklärt Johannes Waibel, Unternehmensbereichsleiter der Werkstätten und Fahrzeugtechnik. Die Busse können schnell beschleunigen und Endgeschwindigkeiten von Dieselbussen erreichen, jedoch beträgt die Durchschnittgeschwindigkeit im Stadtverkehr ohnehin nur 20 km/h.

Ein Blick hinters Lenkrad.

So sieht es hinterm Lenkrad aus.

Der Energieverbrauch hängt dabei nicht nur von der Geschwindigkeit, sondern ebenfalls von der Art der Fahrstrecke und vom Verbrauch der Nebenaggregate wie beispielsweise der Klimaanlage ab.  „Betankt“ werden die E-Busse über eine sogenannte Nachladetechnik, durch die an den Nachladeeinrichtungen in circa 5 – 8 Minuten ausreichend Energie für den nächsten Umlauf aufgenommen werden kann. Ein Pantograph (Ladebügel) am Dach des Busses verbindet sich dafür automatisch mit der Ladehaube der Nachladeeinrichtung.

„Aufgrund der hohen Herstellungskosten und bislang noch geringen Nachfrage ist ein vollelektrischer Solobus in der Anschaffung mit 550.000 – 650.000 € relativ teuer, aller Voraussicht nach werden die Kosten bei größeren Stückzahlen aber sinken“, schätzt Waibel. „Elektrobusse gelten als Technologie der Zukunft. Die VAG möchte von Anfang an diese innovative Technik testen, denn nur so können wir eigene Erfahrungen sammeln, eine Umstellung auf die neue Technik bewerten und auf die spezifischen Verhältnisse in Freiburg abstimmen.“, begründet er.

Veränderungen im Vergleich zu Dieselbussen

Alle Fahrer*innen der VAG mit Busführerschein der Klasse D und einer absolvierten Einweisung, bei welcher unter anderem das Nachladen der Busse geschult wird, dürfen die neuen Fahrzeuge fahren. Die Bedienkomponenten entsprechen überwiegend denen der vorhandenen Dieselbusse, zusätzlich wird der/die Fahrer*in durch den optimalen Antrieb und ein vermindertes Fahrgeräusch an seinem Arbeitsplatz entlastet.

Probefahrt E-Bus

Die Fahrt mit dem E-Bus ist angenehm und vor allem: leise.

Eine Umstellung ergibt sich auch für die Werkstätten der VAG, denn es sind zunächst eigene Erfahrungen im Umgang mit der bisher unbekannten Technik zu sammeln. Die Wartung der Elektrobusse sowie der Ladeinfrastruktur ist jedoch vermutlich weniger aufwendig als bei Dieselbussen, da wartungsintensivere Anlagen wie zum Beispiel Verbrennungsmotoren oder Abgasnachbehandlungssysteme fehlen.

Fahrgäste werden sicherlich ebenfalls Unterschiede des Elektrobusses im Vergleich zu den anderen VAG-Bussen bemerken. Aufgrund von leiseren Fahrgeräuschen steigt ihr Fahrkomfort an, zudem wird eine Geräuschreduktion in Wohnvierteln erreicht. Weiterhin profitieren die Fahrgäste von einem unveränderten Platzangebot sowie von sichergestellter Funktionsfähigkeit der Heizung und Klimaanlage.

Beitrag zum Umweltschutz

Seit 2004 setzt die VAG aktiv Maßnahmen für einen positiven Beitrag zum Umweltschutz um, unter anderem in Form von Photovoltaik- und Solaranlagen auf den Dächern des Unternehmens, der Nutzung von 100 Prozent Ökostrom für alle Straßenbahnen, sowie der Einsatz von Elektro-Pkws für Dienstgänge von Mitarbeitern. Der Einsatz von Elektrobussen soll eine weitere Maßnahme darstellen, jährlich können dadurch insgesamt circa 60 Tonnen CO2 pro ersetztem Dieselbus eingespart werden.

E-Bus

Das Testfahrzeug, welches wir bei der VAG eine Woche bewundern durften.

Blick auf die Zukunft

Ziel der VAG ist, die Elektrobusse, nach einer erfolgreichen Testphase, zukünftig im regulären Linienverkehr einzusetzen; dabei zunächst sukzessive in der Innenstadt. Mit einer weiteren Elektrobusförderung durch „Bundes- und Landesmittel“ könne die Aufstockung des Fahrzeugbestandes sowie der Ladeinfrastruktur schon bald realisiert werden, so Unternehmensbereichsleiter Johannes Waibel.  Sogar eine komplette Umstellung des VAG-Fuhrparks auf Elektrobusse ist aus heutiger Sicht definitiv im Bereich des Möglichen. „Sollte alles optimal laufen, die Technik weiter fortschreiten und auch die Fahrzeugförderung konstant sein, wäre dies bis 2030 denkbar“, schätzt er die Situation ein.

Dieser Blogbeitrag wurde von Julia Krumm verfasst. Sie macht bei der Freiburger Verkehrs AG ein Duales Studium in BWL.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.