ÖPNV in Corona-Zeiten: Eure Fragen zu Maskenpflicht und Co.

Nach dem Lockdown geht das öffentliche Leben weiter – vielerorts fast wie vor der Corona-Pandemie, da und dort allerdings noch mit Einschränkungen. Wir beantworten eure häufig gestellten Fragen zu Maskenpflicht und Co.

Muss ich immer noch eine Bedeckung von Mund und Nase in Bus und Bahn tragen?

Ja, ja und nochmals ja! Auch wenn die Sensibilität wegen der sinkenden Fallzahlen der Corona-Infektionen insgesamt und leicht nachgelassen hat, ist eine Bedeckung von Mund und Nase während der Fahrt mit Bus und Bahn extrem wichtig und Pflicht. Die meisten Fahrgäste halten sich daran. Für diese Bereitschaft sind wir sehr dankbar! Diejenigen, die sich nicht daran halten, bitten wir nachdrücklich um Rücksichtnahme. Bitte beachtet auch, dass es Fahrgäste gibt, die aus medizinischen Gründen keine Maske tragen können. Auch hier bitten wir um gegenseitige Rücksicht.

Was macht ihr, wenn jemand sich nicht an die Maskenpflicht hält?

Der städtische Vollzugsdienst der Polizeibehörde (VD) kontrolliert regelmäßig in unseren Bussen und Bahnen sowie an den Haltestellen, ob die Pflicht einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, eingehalten wird. Wenn sich ein Fahrgast nicht an die Pflicht hält, wird es zunächst freundlich darauf hinwiesen, einen Mund-Nasenschutz zu tragen. Bei Verstoß gegen die Maskenpflicht kann ein Bußgeld verhängt werden und der Fahrgast wird des Fahrzeugs verwiesen. Das Bußgeld wurde vor Kurzem auf 100 Euro erhöht.

Warum kann das Fahrpersonal die Maskenpflicht nicht kontrollieren?

Unsere Fahrerinnen und Fahrern können sich nicht um die Einhaltung der Maskenpflicht kümmern. Sie müssen sich vollumfänglich auf den Verkehr konzentrieren. Während des laufenden Fahrbetriebs darf der Führerstand darüber hinaus nicht über einen längeren Zeitraum verlassen werden. Per Tonkonserve weisen wir alle 30 Minuten auf die Pflicht eine Mund- und Nasenbedeckung zu tragen hin.

Unser Fahrpersonal muss sich voll und ganz auf die Fahrt konzentrieren.

Als Fahrgast muss ich eine Bedeckung von Mund und Nase tragen. Wie ist es mit eurem Fahrpersonal?

Solange unsere Fahrerinnen und Fahrer unterwegs sind, müssen sie keine Masken tragen, damit sie keine Einschränkungen und freien Blick haben. Während der Fahrt sind sie dann entweder in ihrer Kabine geschützt oder aber der Eingangsbereich ist abgesperrt. Beim Zu- oder Ausstieg gilt allerdings auch für unser Fahrpersonal die Maskenpflicht.

Kann ich sicher sein, dass Busse und Bahnen intensiv gereinigt werden, damit das Risiko einer Ansteckung minimiert wird?

Sehr früh, zum Beginn der Corona-Pandemie, haben wir die Reinigungsintervalle noch einmal erhöht: Halteschleifen, Stangen und Knöpfe sowie der gesamte Innenraum werden nach Betriebsschluss gründlich desinfiziert. Daneben weisen wir mit Durchsagen und auf Displays auf die notwendigen Hygienemaßnahmen hin.

Innenraum und Haltestangen werden regelmäßig gereinigt.

Warum kann ich in Bussen und in manchen Bahnen nicht mehr vorne einsteigen?

Das dient – wie viele andere Maßnahmen – dem Schutz unseres Fahrpersonals. Gerade sind wir dabei, unsere Busse und die Fahrzeuge, die offene Kabinen haben, mit Spuckschutzscheiben nachzurüsten. Nach und nach ist der Einstieg vorne dann wieder möglich. In den Bussen werden dann auch wieder Fahrscheine verkauft. Allerdings dauert die vollständige Umrüstung etwas, weil es längere Lieferzeiten für die Scheiben gibt.

Absperrung des vorderen Bereichs zum Schutz unseres Fahrpersonals

Ich war aufs Auto umgestiegen, möchte jetzt aber wieder klimafreundlich zur Arbeit fahren. Was tut ihr, damit ich trotz Corona ein gutes Gefühl habe?

Die Sicherheit unserer Fahrgäste und unseres Personals ist zentral wichtig für uns. Deshalb haben wir viele Abläufe angepasst: Wir öffnen, wenn möglich, die Türen in den Fahrzeugen automatisch und sorgen mit Zusatzlüftungen für größtmöglichen Luftaustausch. Neben der Maskenpflicht gibt es zahlreiche weitere Schutz- und Hygienemaßnahmen, die eine sichere Fahrt in den Bussen und Bahnen sicher stellen sollen, auch wenn ein sonst generell empfohlener Mindestabstand von 1,50 Meter nicht eingehalten werden kann. Aus diesem Grund ist laut Landesverordnung der Mindestabstand in Bussen und Bahnen aufgehoben.

Mit zahlreiche Maßnahmen sorgen wir für die Sicherheit unserer Fahrgäste.

Warum schaltet ihr die Klimaanlagen in den Bussen und Bahnen nicht aus – können hier nicht Viren in den Fahrgastraum gelangen?

Anders als in Flugzeugen sorgen unsere Klimaanlagen für eine Zufuhr von Frischluft und für den Luftaustausch. Sie sind mit Filtern ausgestattet, die auch Aerosole – ein Trägermedium für Viren – zurückhalten. Die Filter werden regelmäßig gewartet, gereinigt und desinfiziert. Mit dem Filterprozess wird der Luft Feuchtigkeit entzogen, dadurch wird ein weiteres mögliches Trägermedium reduziert. Das sorgt für zusätzlichen Schutz.

Weitere Informationen zu diesem Thema und zu vielen anderen spannenden Fragen findet ihr auch in der neuesten Ausgabe unserer Facetten.

11 Kommentare

  1. Nach Angaben von Experten könnte es schlimmstenfalls sein, dass die Maskenpflicht, egal wo, auf Dauer bleibt, falls es keinen Impfstoff gegen SARSCov2 geben wird. Ferner besteht die Möglichkeit, dass sich das Virus wie ein Grippevirus verhält und der Impfstoff innert Kurzem unwirksam wird. Heißt: Die Maskenpflicht kann demnach von sehr langer Dauer sein.
    Ich gebe zu: Ich habe eine sehr pessimistische Einstellung, aber meine Erfahrungen haben mich noch nie oder sehr selten getrogen.

    • Liebe VAG
      Ich kann Enrico Rosenhayn und den anderen nur zustimmen. Ich Penske von Zähringen Bus Uniklinik zur Arbeit und habe nicht NIE eine Kontrolle bzgl. der MaskenPflicht erlebt. Allerdings auch noch nie eine einzige Fahrt bei der EINIGE und nicht wie behauptet Einzelfälle die Maske lässig unterm Kinn oder unter der Nase tragen. Ich trage bei der Arbeit fast voll zeitlich Maske und kann nicht akzeptieren dass das für die paar Minuten in der Bahn nicht konsequent und rigoros mit hochfrequenten Kontrollen und Bußgeldern durchgesetzt wird. Der Jammer ist dann groß wenn die Infektion durchschlägt und mit dem eigenen Fehlverhalten hat das dann natürlich nichts zu tun. Hä?
      Ein Motorradfahrer der ohne Helm fährt zählt die Rechnung selbst mit seinem Leben, die Leute ohne Maske in der Bahn lassen andere mit der Gesundheit oder Leben bezahlen. Also: HOHES Bußgeld + Rauswurf aus der Bahn. Das wird gegen.
      LG Carmen

      • Sorry die Autokorrektur 🙂

      • Magdalena Schneider

        Hallo Carmen, ich kann deinen Ärger verstehen. Der städtische Vollzugsdienst und unsere Fahrausweisprüfer sind immer wieder unterwegs, um die Einhaltung der Maskenpflicht zu kontrollieren. Auch laufen regelmäßig Durchsagen und seit gestern haben wir große rote Aufkleber im Eingangsbereich auf dem Boden angebracht, die an das Tragen eines Mund-Nasenschutzes erinnern. Das Bußgeld wird in Kürze auf 75 Euro angehoben. So hoffen wir, dass auch der letzte Fahrgast versteht, dass wir alle zusammenhalten müssen, um die Infektionszahlen möglichst gering zu halten.
        Viele Grüße
        Magdalena von der Blogredaktion

  2. Enrico Rosenhayn

    Liebe VAG,
    Ich Pendel jeden Tag von Opfingen über Rieselfeld ins Vauban. Leider habe ich von Kontrollen, was den Mund- Nasenschutz a betrifft, noch nichts gesehen. Dafür allerdings jeden Tag Menschen die sich einen Dreck um die Pflicht des tragens eines Mund- Nasenschutzes kümmern. Teilweise ganze Gruppen!
    Bitte VAG, nehmt Eure Verantwortung gegenüber Euren Kunden ein bisschen ernster!!!

    • Magdalena Schneider

      Hallo Enrico, danke für deine Nachricht. Wir bedauern, dass einzelne Fahrgäste ohne Mund-Nasenbedeckung unterwegs sind. Ich verstehe deine Sorge. Es ist unser Ziel, dass unsere Fahrgäste sich bei uns wohlfühlen. Wir haben zahlreiche Maßnahmen getroffen, damit dieses Ziel im Alltag erreicht wird. Der Vollzugsdienst der Polizeibehörde führt nahezu täglich Maskenkontrollen durch, zudem weisen über unsere Bildschirme und über Durchsagen in den Bussen und Bahnen auf die Maskenpflicht hin. Natürlich kann nicht jede Bahn zu jeder Zeit kontrolliert werden. Einzelfälle sind wie überall schwer zu kontrollieren und zu sanktionieren. Wir werden uns in Zukunft dennoch bemühen die Kontrollen auszuweiten. Viele Grüße
      Magdalena von der Blogredaktion

      • Claudia Caputo

        Liebe VAG,
        ich bin ganz Enrico’s Meinung. Meine Mutter (77 Jahre),traut sich seit der Einführung des Mund-Nasen-Schutz in Bus und Bahn, sowie Einzelhandel wieder unter Menschen. Sie fährt jeden Tag 2 mal mit der Buslinie 14 von Haslach nach St.Georgen . Leider muss sie feststellen, dass es immer häufiger vorkommt das Fahrgäste (von jung bis älter ),keine Masken tragen .Anfangs hat sie,sie darauf hingewiesen, aber mittlerweile muss man Angst haben,da agressiv gekontert wird. Ich habe z.B.mein Abo gekündigt, da mir meine Gesundheit wichtiger ist und meine Mutter ist auch kurz davor. Es geht gerade ältere Menschen so. Es ist wichtig und die Aufgabe von uns allen auf unsere älteren Mitmenschen zu achten. Kontrolleure sehen wir auch keine. Wir finden es echt schlimm ,dass die Angst und Unwohlsein immer mit fährt. Wir bitten euch kümmert euch darum.DANKE und Grüße Claudia

  3. Was mir auch aufgefallen ist das an den Haltestellen auch keine Masken getragen werden obwohl dies laut Landesregierung auch Pflicht ist. Ich finde auch hier sollte die VAG darauf hinweisen. Dann würde das aufsetzen der Masken in der Bahn das ich zunehmend beobachte auch schon mal wegfallen. Wie wär es wenn die Bußgelder so erhöht werden das die VAG sich einen Externen Dienstleister zur Kontrolle mit an Bordholen kann?

    • Magdalena Schneider

      Hallo, danke für deine Nachricht. Wir weisen bereits umfassend auf die Maskenpflicht hin und machen über unsere verschiedenen Informationsmedien auf die sogenannten AHA-Regeln (Abstand, Hygiene Alltagsmaske) aufmerksam: Über Tonbanddurchsagen, über die Sozialen Medien und auf unseren verschiedenen Digitalanzeigen in Bussen, Straßenbahnen oder an den Haltestellen. Die Maskenkontrollen werden neben unseren Fahrscheinkontrolleuren auch vom Vollzugsdienst der Polizeibehörde vorgenommen. Das Bußgeld wurde darüber hinaus auf 100 Euro erhöht. Wir hoffen, so auch die unbelehrbaren Maskenverweigerer erreichen zu können. Viele Grüße

  4. Liebe VAG
    Ich werde es aufgeben. Seit Beginn der Masken Pflicht fahre ich nun mit der Bahn täglich zur Arbeit. Noch keine einzige Fahrt habe ich gesehen, dass kontrolliert worden wäre. Obwohl es bitter nötig wäre. Auch wenn die Polizei nicht überall sein kann, eine Woche hochfrequente Kontrollen mit teuer Bußgeld, Rauswurf spricht sich das schnell rum. Es ist zu billig. Mindestens so viel wie für Schwarzfahren. Jetzt wo die Zahlen wieder steigen fühle ich mich wegen der vielen Leute die die Maske nicht richtig tragen ungeschützt und bedroht, keine Kontrollen in Sicht und werde ab Oktober keine regio Karte mehr kaufen nur noch das Auto nehmen. Leider. Eigentlich hatte ich vor im Sinne von Umweltschutz das Auto abzuschaffen. Das wird nix. Schade.

    • Magdalena Schneider

      Hallo, das ist gut, dass du nicht aufgibst, denn: wir tun es auch nicht! Daher haben letzte Wochen Schwerpunktkontrollen stattgefunden, bei denen Polizei und Vollzugsdienst zwei Tage lang intensiv kontrolliert haben. Das Bußgeld wurde kürzlich auf 100 Euro erhöht. Wir hoffen, so auch den letzten Maskenverweigerer erreichen zu können. Viele Grüße

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.