Ein Jahr E-Busse: Unser Fazit

Mehr als 80.000 Kilometer waren unsere beiden E-Busse unterwegs. Gerade bei der Lade- und Batterietechnik sind wir nach einem Jahr Betrieb um viele wichtige Erkenntnisse reicher. Die Akkus werden in einigen Jahren bei uns auf dem Betriebshof in Rente gehen. Dann kommen sie als Stromspeicher für die nächste E-Bus-Generation zum Einsatz.

Ein Jahr voller Erkenntnisse

Wir haben das Jahr genutzt, um in den Werkstätten und auch im Fahrbetrieb Erfahrungen mit der neuen Technik zu sammeln. Unser Gesamtfazit fällt positiv aus. Die Busse, die Batterien und die Ladetechnik benötigen vergleichsweise wenig Wartung und funktionieren gut. Anfangs wurden die Busse nach jedem Umlauf am Europaplatz nachgeladen. Hier haben wir dazugelernt. Heute werden die Busse in der Regel nur nach jedem 3. Umlauf neu geladen, dazwischen laden sie in der nächtlichen Betriebspause in unserem Betriebshof.

Gespannt waren wir auch darauf, ob es gravierende Unterschiede zwischen dem Sommer- und dem Winterbetrieb geben würde. Damit unser Fahrpersonal und unsere Kundinnen und Kunden auch in den Wintermonaten in einen warmen Bus steigen können, werden die Busse bei kalten Temperaturen auf dem Hof vorgeheizt. Die rein elektrische Heizung muss dann, gespeist aus den Batterien, ausreichende Heizleistung während des Fahrbetriebes erzeugen. Es zeigte sich, dass auch für diese Zeit mit dem höchsten Strombedarf die Ladezeiten sowohl am Europaplatz als auch in der nächtlichen Betriebspause auf dem Betriebshof mehr als ausreichend sind.

Nachbesserungsbedarf sehen wir nur in wenigen Details. So zum Beispiel beim Lüfter für die Batteriekühlung. Bei hohen Außentemperaturen sollte dieser etwas ruhiger laufen, wofür wir derzeit nach Lösungen suchen.

Die Busse laden in der nächtlichen Betriebspause auf unserem Betriebshof

Und was sagen die Fahrgäste?

Die Busse fahren deutlich leiser und „sanfter“. Bei unseren Fahrgästen, aber auch bei den Anwohnenden im Streckenverlauf sind die grünen Stromer daher sehr beliebt. Es hat sich auf jeden Fall bewährt, dass wir zunächst nur mit einer Pilotlinie gestartet sind. So konnten wir im normalen Betrieb nach und nach immer mehr Fahrerinnen und Fahrer auf den E- Bussen einweisen und Erfahrungen sammeln.

Nachhaltige Batterienutzung

Wir setzen ganz bewusst auf die sogenannte Nachladetechnologie. Das bedeutet, dass die Busse im Einsatz sukzessive mit Strom versorgt werden. Dadurch können deutlich kleinere Batterien verwendet werden als bei Bussen, die nur über Nacht geladen werden. Auch das bedeutet noch einmal ein deutliches Plus für die Umwelt. Wir rechnen mit einer Nutzungsdauer der Batterien von 9 Jahren für den mobilen Einsatz. Danach ist vorgesehen diese noch für die nächsten 9 bis 10 Jahre als Speicher für den auf dem Betriebsgelände produzierten Solarstrom zu nutzen.

Über die Grenzen Freiburgs 

Die Ladestation am Europaplatz wird direkt aus der Oberleitung der Straßenbahn elektrisch versorgt. Das ist eine Besonderheit und hat in Fachkreisen bereits für einige Aufmerksamkeit gesorgt. Einige Kolleginnen und Kollegen von anderen Verkehrsbetrieben haben uns daher schon einen Besuch abgestattet und sich bewundernd unsere Anlage vor Ort angeschaut.

Ein Blick in die Zukunft

Mit dem laufenden Pilotbetrieb wollen wir noch weitere Erkenntnisse für die weitere Umstellung auf Elektrobusse sammeln. Wir sehen uns aber jetzt schon gut gerüstet für die weitere Umstellung auf Elektrobusse, die wir in den nächsten Jahren weiter voran treiben werden. Voraussichtlich bis Frühjahr 2022 werden 15 weitere Elektrobusse unseren Fuhrpark erweitern. 

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