Für den bequemen Sitz und den rutschfesten Boden: Die Sattlerei

Die Straßenbahnen der VAG legen jährlich 3,1 Millionen, die Busse 4,4 Millionen Linienkilometer zurück. Wenn man dann auch noch dazu nimmt, dass die VAG 75,4 Mio. Fahrgäste im Jahr 2014 bewegt hat, wird einem schnell klar, dass unsere Fahrzeuge stark beansprucht werden. Damit die Fahrzeuge trotzdem immer einladend sind, werden sie regelmäßig gründlich gereinigt. Wenn ein Sitz dann doch irgendwann beschädigt oder der Boden von Turnschuhen, Wanderstiefeln, High Heels und Flip Flops abgenutzt ist, kommt die Sattlerei zum Einsatz.

Stefan Mayer ist ein Teil dieser Abteilung und hat mir erzählt, wie seine Arbeit abläuft. „Eigentlich ist die Bezeichnung Sattlerei nur noch historisch weitergetragen, richtig zutreffen tut sie nicht mehr“, erklärt er mir. „Heute würde man eher Innenausstatter dazu sagen. Das habe ich auch gelernt.“ Zusammen mit seinem Kollegen ist Stefan also unter anderem für die Sitze und Böden der Busse und Straßenbahnen zuständig.

Der bequeme Sitz

Früher bestanden die Sitze der Straßenbahn noch aus Holz – mittlerweile hat sich doch einiges getan, damit Fahrgäste weich und bequem in unseren Fahrzeugen unterwegs sind. In fast allen Fahrzeugen (außer den Straßenbahnen des Typs GT8K), die im Linienverkehr unterwegs sind, sind die Sitze gepolstert und bezogen. Der Bezug muss bestimmte Bedingungen erfüllen, erzählt uns Stefan: er muss schwer entflammbar und besonders strapazierfähig sein. Das ist zum einen sicherer und zum anderen auch nachhaltiger. Unter dem Bezug ist eine Schicht Schaumstoff, die für den weichen Sitz sorgt.

Bei normaler Benutzung halten die Sitze ungefähr zehn Jahre. Leider kommt es aber auch zu Vandalismus. Wenn ein Sitz aufgeschlitzt wurde oder ein Kaugummi einfach nicht mehr zu entfernen ist, muss er neu bezogen werden. Das dauert pro Sitz, je nach Typ, ungefähr eine Stunde – und das ohne die Rückenlehne.

Rutschfest unterwegs

„Aber nicht nur die Sitze, auch die Böden müssen bei starker Abnutzung von uns neu beschichtet werden“, sagt Stefan. Dabei haben unterschiedliche Fahrzeuge auch unterschiedliche Böden. Bei den Fahrzeugen des Typs GT8Z wird der Boden ursprünglich aufgespritzt. Die Sattlerei nutzt bei der Erneuerung des Bodens das Verfahren des Aufwalzens. Dabei wird der flüssige Bodenbelag wie mit einer Malerrolle aufgetragen. Dann kommen die bunten Chips dazu: Diese machen den Boden „griffig“ und somit auch weniger rutschig.

Vergleich Boden alt und neu

Im direkten Vergleich sieht man es deutlich: Der neue Belag hat mehr Struktur als der alte.

„Besonders gefällt mir an meinem Job, dass man am Ende ein Ergebnis hat, das so sichtbar ist: Die Fahrzeuge bekommen mit neuen Sitzen und Böden einen neuen Glanz und sehen direkt besser aus.“ Außerdem sind die Aufgaben in der Sattlerei recht vielseitig. Neben den Fahrzeugen kümmern sich die Mitarbeiter nämlich auch um Aufgaben in den Gebäuden der VAG, zum Beispiel Sonnenblenden an den Fenstern. „Diese unterschiedlichen Arbeitsorte machen es nochmal interessanter“, findet Stefan.

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