Michaela, unsere neue Stimme in Bus und Bahn

“Unpersönlich”, “grauenhaft” oder “unmöglich” – immer wieder wurde sich über die Stimme unserer Durchsagen beschwert. Jetzt endlich ändert sich etwas – eine neue Stimme soll euch auf euren Fahrten mit uns begleiten. Und damit ihr wisst, wer hinter der Stimme steckt, haben wir einfach mal mit der Sprecherin Michaela, übrigens eine VAG Mitarbeiterin, geschwätzt.

Doch fangen wir von vorne an: Wie kam es eigentlich dazu, dass neue Ansagen aufgenommen wurden? Dabei spielten nicht nur die genannten Beschwerden eine Rolle. Zusätzlich ändert sich demnächst so einiges im VAG Netz. Ein guter Zeitpunkt, um sich auf die Suche nach einer neuen Stimme zu machen. Bisher männlich dominiert, entschied sich die VAG dazu, nun auch mal eine Frau zu Wort kommen zu lassen. Die Idee war es, im eigenen Haus eine geeignete Sprecherin zu finden, die mit einer angenehmen und sympathischen Stimme überzeugt. Alle Mitarbeiterinnen konnten sich bewerben, die neue VAG Stimme zu werden. Darunter auch Michaela, die Assistentin der Unternehmensbereichsleiterin für Vertrieb/Marketing/Unternehmensentwicklung.

Michaela – Herzlichen Glückwunsch! Du bist die neue Stimme in unseren Bussen und Stadtbahnen – warum hast du dich um den Posten beworben?

Ich hatte einfach Lust darauf und Interesse, wie solche Durchsagen aufgenommen werden. Ich habe gar nicht lange überlegt, ich hab mich einfach gemeldet.

Viele Kolleginnen hatten Interesse an dieser Aufgabe – warum bist du es geworden?

Es gibt einige technische Voraussetzungen, die eine Stimme erfüllen muss, um für solche Durchsagen geeignet zu sein. Zum Beispiel darf man beim Reden bestimmte “Zisch”-Laute nicht machen. Meine Stimme ist da wohl geeignet – und ich habe mich riesig gefreut, dass es geklappt hat.

Wie sind die Aufnahmen denn abgelaufen?

Für die Aufnahmen musste ich zwei Wochen in ein Tonstudio hier in Freiburg gehen. Jeden Tag haben wir vier Stunden Aufnahmen gemacht. Stundenlang habe ich Texte von einem Prompter ablesen. Das war wirklich richtig anstrengend – schließlich hatte ich die Texte vorher nie gesehen und musste sofort flüssig und mit der richtigen Betonung sprechen.

Was für Texte waren das?

Ganz gemischt – nicht einfach nur unsere Haltestellen. Die Durchsagen werden am Ende aus einzelnen Silben zusammengeschnitten, so dass man jederzeit neue Ansagen erstellen kann, ohne, dass ich nochmal ins Tonstudio muss. Aber so wird meine Stimme auch in vielen unterschiedlichen Klangfarben, Betonungen und Texten gebraucht. Da waren viele Texte von der Webseite vom RVF, aber auch ganz fremde Texte dabei.

Warst du da nicht bald heiser?

Ja, nach der ersten Woche habe ich es wirklich gemerkt, wie anstrengend das Ganze auch für meine Stimme ist. Aber mit warmem Tee ging das dann schnell wieder. Es hat wirklich viel Spaß gemacht und die Leute im Tonstudio waren auch sehr nett – eine super Atmosphäre.

Nun kann man deine Stimme bald in allen Fahrzeugen hören – hast du dich selbst schon gehört?

Ja, bei einer Testfahrt auf unserem Betriebshof. Das war schon ganz schön komisch. Seine eigene Stimme erkennt man ja nicht sofort. Aber ich finde es auch sehr witzig, besonders für meine Kinder, wenn die mich dann im Netz hören.

Apropos: Was sagen eigentlich deine Familie, Bekannten oder auch VAG Kollegen dazu?

Meine Familie und Bekannten waren überhaupt nicht überrascht – ich probiere gerne neue Dinge aus. Sie sind aber trotzdem sehr neugierig und freuen sich schon auf die erste Fahrt mit “mir”. Meine Kollegen sind auch gespannt auf das Ergebnis.

Wer unsere Michaela noch nicht im Fahrzeug gehört hat, bekommt hier eine kleine Kostprobe:

Für die VAG hat das neue Ansagesystem den entscheidenden Vorteil, dass neu hinzukommende Ansagen nun unmittelbar und mit sehr geringem Kostenaufwand innerhalb weniger Minuten hergestellt werden können. Der Text wird aufgeschrieben, in das System eingegeben und schon kommt die Ansage aus dem Lautsprecher.

Die VAG Vorstände sind jetzt mit dem Ergebnis sehr zufrieden: „Die Stimme von Frau Albrecht mit ihrer leichten Einfärbung ins Badische kommt sehr gut rüber. Ich bin mir sicher, dass sie unseren Fahrgästen gut gefallen wird“, stellt Oliver Benz fest.  „Wir sind sehr froh jetzt über eine Technik zu verfügen die einerseits schnell und flexibel einsetzbar ist und andererseits ein wirklich gutes Klangbild erzeugt “, ergänzt Stephan Bartosch.

6 Kommentare

  1. Hannelore Degenhardt

    Ein wenig zu kurz geraten die Probe-Stimme, so dass ich leider keine Aussage abgeben kann; die bisherigen Stimmen hatte ich nie etwas auszusetzen.

  2. Grundsätzlich ist eine neue Stimme nie schlecht. Mich freut dass bemerkt wurde, dass die Computer-Stimme unverständlich ist. Jedoch ist auch bei der neuen Stimme ein Computersystem zum Einsatz gekommen. “Die Durchsagen werden am Ende aus einzelnen Silben zusammengeschnitten” (VAG Blog). Ich befürchte dass es hierbei wieder zu Problemen bei dem Verstehen der Ansagen kommen kann. Auch in der im Blog beigelegten Audio-Datei als Hörprobe sind Fehler beim automatischen Zusammenschnitt. Sowas kann natürlich überall vorkommen. Vor allem bei längeren Sätzen bzw. Durchsagen.
    Ich frage mich, warum man nicht einfach die alte Stimme eingesetzt hat. Diese ist fest in jedem Kopf der Freiburger integriert und gehört irgendwie auch zur Freiburger Bus und Bahn. Jedoch bin ich offen für neues, und bin gespannt wie sich die neue Stimme macht.

  3. Hallo VAG,
    Ich erlaube mir mal hier Feedback zu geben.

    Grundsätzlich sind die Ansagen sehr gelungen, der badische Akzent kommt sehr gut rüber und die Stimme ist angenehm . Auf jeden Fall viel besser als die Roboterstimme.
    Bei manchen Ansagen erkennt man schon, dass die Silben “zusammengeschnitten” sind (z.B. “Eschholzstraße”).

    Der größte negative Punkt ist aber: die Ansagen sind viel zu LEISE! So leise dass man in manchen Combinos teilweiser überhaupt nichts versteht!
    Es wäre optimal wenn die Techniker (oder Fahrer?) die Ansagen generell lauter machen könnten 🙂

    LG, Sascha K.

  4. Ist die neue Stimme schon auf der Linie 1 im Einsatz? Bei manchen Haltestellen ist die Ansage sehr kurz. Die Stimme sollte langsamer sprechen, damit der Name der Haltestelle gut verständlich ist.

  5. Auch ich bin am Wochenende zweimal mit der Linie 1 gefahren. Meine Eindrücke waren wie folgt:

    a) Auf der Fahrt Littenweiler->Hbf in einem Combino waren die Ansagen fast nicht zu verstehen, selbst, als das Fahrzeug noch leer war. Die Ansagen waren außerdem sehr “basslastig”, so dass aus den Lautsprechern eigentlich nur ein unartikuliertes Dröhnen kam

    b) Auf der Fahrt Hbf->Littenweiler in einem Urbos am Sonntag waren die Ansagen lauter, aber an verschiedenen Haltestellen war die Lautstärke teilweise deutlich (!) unterschiedlich. Wieso hat man denn hier im Vorfeld keine Tests durchgeführt? Es wirkt etwas unprofessionell.

    c) Wie schon bei der schauderhaften Roboterstimme, die z.B. bei denen neuen Stationen der Linie 4 zum Einsatz kam, sind ja auch bei dieser neuen Stimme die Zusatztexte (z.B. “Ausstieg zum Einkaufszentrum ZO”) computergeneriert. Wie schon zuvor ist die Qualität hier einfach zu schlecht, um sie im tägliche Betrieb einsetzen zu können. Es erstaunt mich, dass _trotz_ der negativen Rückmeldungen zur vorherigen Roboterstimme wieder auf dieses System gesetzt wurde. Beim o.g. Text an der Haltestelle Alter Messplatz z.B. klingt der Text nicht nur seltsam quietschend mechanisch, sondern wird auch auf der offenen Silbe ooooo beendet, was nicht nur das Verständnis erschwert, sondern sich einfach extrem unangenehm und nervtötend anhört. Wieso wurden diese regelmäßigen Ergänzungstexte nicht zusätzlich eingesprochen? Es mag ja sinnvoll sein, größere Fließtexte (z.B. bei Sperrungen oder Bauarbeiten) automatisch generieren zu können – bei längeren Texten klingen diese System ja teilweise sehr gut und fast natürlich. Aber die Sprachmelodie bei kurzen, stichpunktartigen Ansagesätzen ist nunmal eine völlig andere als bei längeren Texten und sollte von einem echten Menschen kommen.

    Insgesamt bin ich zunehmend frustriert darüber, dass die VAG es seit nunmehr 3 Jahren nicht schafft, hier eine akzeptable, professionell wirkende Lösung anzubieten. Wieso hat man denn nicht die alte Stimme (die ja von einem Freiburger Schauspieler kam und sehr angenehm klang) beibehalten, die neuen Stationen eingesprochen und dann mit ihm die Silben aufgenommen, um die computergenerierte Sprache zu ermöglichen? Wenn es Kostengründe waren (was ich mir nicht vorstellen kann, denn an diesem System wird nun schon so lange herumgedoktort, dass man sicher schon einen fünfstelligen Betrag dafür verbraten hat), wurde hier eindeutig am falschen Ort gespart.

    Ziel der VAG sollte nicht nur die reibungslose Beförderung von A nach B sein, sondern auch ein gewisser Komfort und Respekt vor dem Fahrgast. Wenn man mit der Kundschaft nur noch über eine sterile Computerstimme in Kontakt tritt, signalisiert man jedoch weder Nähe noch Respekt, sondern Ekel. Da hilft es auch nicht, eine Ausgangsstimme mit lokalen Akzent zu nutzen, denn das wirkt dann zusätzlich noch anbiederisch.

  6. Linie 1 => kann ich auch bestätigen, die Verständlichkeit an einzelnen Haltestellen (z.B. Emil-Gött-Straße) ist deutlich schlechter als vorher. Gewöhnungsbedürftig ist auch die häufig vorhandene Tonhöhenanhebung bei der letzten Silbe der Haltestellennamen, was unnatürlich klingt.

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